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11. Zentralschweizer Wirtschaftsforum: Rückblick

Im Zentrum der jüngsten Ausgabe des Zentralschweizer Wirtschaftsforums vom 8. September 2021 stand das Thema «Geld bewegt – Treiber für die Zentralschweiz der Zukunft». Gemeinsam mit Referenten wie Hans-Werner Sinn, emeritierter Professor Ludwig-Maximilians-Universität München, oder dem Vize-Präsidenten der Schweizerischen Nationalbank (SNB) Fritz Zurbrügg, thematisierten die rund 220 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft relevante Fragestellungen und Einflussfaktoren von «Geld». Am 11. Zentralschweizer Wirtschaftsforum auf dem Pilatus galt Covid-Zertifikatspflicht.

Nach einer coronabedingten hybriden Ausgabe im Jahr 2020, fand das diesjährige Zentralschweizer Wirtschaftsforum bei bestem Spätsommerwetter wieder im gewohnten Rahmen auf dem Luzerner Hausberg auf 2'132 m.ü.M. statt. Während «Geld» nicht nur im klassischen Sinne im Zentrum. Vielmehr blickte man über den Tellerrand und thematisierte die Materie unter den Aspekten «Geld und Unternehmen», «Geld und Staat» sowie «Geld und Geist». Aufgrund der Coronakrise habe das Thema Geld nicht zuletzt wegen des wachsenden Grabens zwischen Gewinnern und Verlierern, zwischen Arm und Reich und im Zusammenhang mit dem wirtschaftlichen Wandel besondere Bedeutung erhalten, sagte IHZ-Direktor Adrian Derungs in seiner Begrüssungsrede.
 
Zurbrügg und Sinn: Zwei grosse Namen zu Besuch in der Zentralschweiz
Eröffnet wurde das Wirtschaftsforum durch den SNB Vize-Präsidenten Fritz Zurbrügg, welcher den krankheitshalber ausgefallenen Präsidenten Thomas J. Jordan vertrat. Zurbrügg, der früher übrigens bei der Eidgenössischen Finanzverwaltung in Bern als auch beim Internationalen Währungsfonds in Washington tätig war, setzte seinen Fokus auf die Geldpolitik der Schweizerischen Nationalbank.
Im Zentrum stand mitunter die Krisenbewältigung und wie die SNB mit Deviseninterventionen und Negativzinsen den stürmischen Zeiten begegnete. Zu dem in zwei Wochen anstehenden Zinsentscheid der Nationalbank liess sich der SNB-Vizepräsident zu keinem Zeitpunkt in die Karten blicken. Der wohl bekannteste Ökonom Deutschlands, Professor Hans-Werner Sinn, sprach hingegen in seinem pointierten Forumsschlusspunkt über «Corona und die wundersame Geldvermehrung». Nach der Finanzkrise vor über zehn Jahren brachen in der Coronakrise bei vielen Unternehmen die Umsätze stark ein, die Staaten verloren Steuereinnahmen und mit der Gesundheitskrise galt es auch eine Wirtschaftskrise zu bewältigen. Die fehlenden Einnahmen wurden teilweise durch Kreditmittel ersetzt, die nicht nur von den Sparern kamen, sondern in zunehmendem Masse auch aus den Druckerpressen der Zentralbanken, so Sinn.
 
«Geld» und seine vielen Gesichter
Nebst Unternehmensfinanzierungen im 21. Jahrhundert, welches das Gesprächsthema in der Diskussionsrunde «Geld und Unternehmen» war, stellte man sich im Workshop «Geld und Staat» die Frage, wie sich die moderne Schweiz finanzieren sollte. Unter der Leitung von Christoph Hauser, Professor Hochschule Luzern – Wirtschaft, diskutieren u.a. Nationalrat GLP Roland Fischer und Urs Janett, Präsident Zentralschweizer Finanzdirektorenkonferenz, über die aktuellsten Herausforderungen der Schweizer Finanzpolitik. Darüber, wie es gelingt althergebrachte finanzpolitische Dogmen zu lösen sowie auch über das «ideale» Steuersystem. Wie Geld eine Gesellschaft trennen kann oder zu verbinden mag stand im Talk «Geld und Geist» im Fokus. Kommunikationsberaterin Mascha Santschi Kallay diskutierte u.a. mit Hedy Graber, Leiterin Direktion Kultur und Soziales des Migros-Genossenschafts-Bund, und Ludwig Wicki, Gründer des 21st Century Orchestra, über die Wechselwirkung zwischen Geld und Kultur. Die beiden Standup Philosophen Yves Bossart und Rayk Sprecher rundeten das Forumsprogramm nicht nur ab, sie regten mit ihren rhetorisch brillanten, humorvollen, wohl durchdachten und durchaus tiefschürfenden Fragen und Theorien zum Nachdenken an.
 
Zentralschweiz als starkes Netzwerk
Bereits bei der traditionellen Wandergruppe, welche früh morgens von Alpnachstad auf den Pilatus wandert, steht der Austausch und die Netzwerkpflege in ungezwungenem Rahmen im Zentrum. Auch dieses Jahr hatte das Wirtschaftsforum zum Ziel, den Dialog zwischen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft fördern und eine Diskussionsplattform für aktuelle, relevante Themen zu bieten. Übrigens waren es dieses Jahr 56 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, welche sich morgens um halb sieben mit Wanderschuhen und Rucksack bepackt Richtung Pilatus Kulm losmarschierten. Rekord.

 

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