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Die KMU stehen im Mittelpunkt des «zentralinfo» September 2020

KMU, kleinere und mittlere Unternehmen. Sie bilden das Rückgrat der Zentralschweizer Wirtschaft. Schweizweit beschäftigen über 99 Prozent aller Unternehmen weniger als 250 Mitarbeitende und stellen gleichzeitig zwei Drittel aller Arbeitsplätze. Die Schweizer Wirtschaft verdankt ihre Stabilität zu einem grossen Teil den KMU. Das geht bei der Betrachtung der grossen Konzerne im internationalen Rampenlicht oft vergessen. Grund genug, deshalb das aktuelle «zentralinfo» den Zentralschweizer KMU zu widmen.

Unsere KMU sind flexibel und innovativ. Sie beweisen auch in der Coronakrise, dass sie anpassungsfähig sind. Zudem sind die Zentralschweizer KMU oft von Eigentümern geführt, was in der Regel mit hoher ökonomischer, sozialer und ökologischer Verantwortung verbunden ist. Die KMU prägen so die Zentralschweiz mit uns vertrauten Werten, wie sie unser Präsident Andreas Ruch in seinem Beitrag hervorhebt. Die Zentralschweizer KMU, ihre Eigentümer und Mitarbeitenden sind wichtige Vorbilder, was moderne und nachhaltige Unternehmensführung im 21. Jahrhundert betrifft.

 

In der positiven Würdigung der KMU als Kern der Zentralschweizer Wirtschaft liegt gleichzeitig eine problematische Abgrenzung zu Grosskonzernen, die zu einer Wertung zwischen klein und gross, zwischen lokal und global, zwischen vermeintlich schwach und stark führt. Oder mit der bekannten Geschichte aus der Bibel illustriert: der Kampf zwischen David und Goliath. Die Geschichte von David und Goliath wird bemüht, wenn der vermeintliche Aussenseiter einen scheinbar überlegenen Favoriten herausfordert. Die Sympathien des Zuschauers sind dabei nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch im Sport oder in anderen Lebensbereichen oft beim «David», der es wagt, gegen einen übermächtigen Konkurrenten anzutreten. Der aufbegehrende, mutige Held ist vielen von uns sympathischer als ein Kraftprotz, der seine Rivalen locker an die Wand drückt. Doch wenn wir aus moralischen Gründen Unternehmen allein aufgrund ihrer Grösse gegeneinander ausspielen, ist dies für den Zentralschweizer Wirtschaftsraum, aber auch den modernen Sozialstaat fatal. Grosse und kleine Unternehmen sind eng miteinander und weit über die Landesgrenzen hinaus verknüpft und in vielen Dimensionen direkt oder indirekt voneinander abhängig. Das hat uns auch die aktuelle Krise deutlich aufgezeigt.

 

Stellen wir uns deshalb vor, was David und Goliath mit ihren Fähigkeiten gemeinsam hätten erreichen können. Es ist auch dreitausend Jahre später mit Blick auf die aktuellen Herausforderungen sinnvoller, wenn «David und Goliath» nicht in die Schlacht ziehen, sondern zusammenarbeiten. Im Verhältnis von Grosskonzernen und KMU ist Kooperation gefragt, nicht Konfrontation! Das wissen auch unsere KMU. Deshalb können sie nicht nur mit Zuversicht, sondern auch mit einem gesunden Selbstbewusstsein in die Zukunft blicken. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine spannende Lektüre!

 

Adrian Derungs, Direktor IHZ