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Lean Management in der Wirtschaft und in der Politik

Nach genau zwei Jahren fand der Anlass «Politik & Wirtschaft im Dialog» endlich wieder einmal physisch statt. Die IHZ begrüsste im Verkehrshaus der Schweiz rund 60 Vertretende aus Politik und Wirtschaft.

In der Begrüssung stellte Adrian Derungs die IHZ kurz vor und ging auf aktuelle wirtschaftspolitische Themen ein. Er erläuterte die Rolle der Wirtschaft beim aktuellen Wandel in der Gesellschaft, zeigte das Selbstverständnis des Unternehmertums in der Zentralschweiz auf und schätzte die aktuelle Situation ein.


Im zweiten Teil referierte IHZ-Vorstandsmitglied Beat Wullschleger, CEO der Wilhelm Schmidlin AG. Er stellte die Wilhelm Schmidlin AG vor und erläuterte das Lean Management (=Management-Philosophie mit Prinzipien und Methoden, um Prozesse effizienter zu organisieren) in seinem Unternehmen. 2011 wurde der Entscheid gefällt, zukünftig noch mehr in die Mitarbeitenden zu investieren. Dies war der Grundstein für das Lean Management, das «SchmidLEAN» genannt wird. Die Philosophie von SchmidLEAN ist die Durchlaufzeit zu verkürzen, indem alle Bestandteile eliminiert werden, die keinen Mehrwert generieren. Es wird zehn Prozent der Arbeitszeit für TPS («Toyota-Produktionssystem») eingesetzt, um sich regelmässig Zeit für Verbesserungen zu nehmen. Es geht dabei nicht darum, die Kosten zu senken oder Mitarbeitende einzusparen, sondern Verschwendungen wie Überproduktion, schlechte Ergonomie, unnötige Prozessschritte sowie Wartezeiten zu eliminieren. Beat Wullschleger erläuterte die einzelnen Gefässe von SchmidLEAN, wie zum Beispiel GEMBA («am Ort des Geschehens»), die Skills-Matrix sowie Workshops zur Fehlerkultur. Lean Management gehört zur Unternehmenskultur und nur wenn alle Mitarbeitenden diese Philosophie mittragen, kann das Unternehmen erfolgreich sein. Beat Wullschleger zeigte auf, dass in jedem Unternehmen Lean Management anwendbar ist und dies eine stetige Aufgabe ist. Er sieht auch in der öffentlichen Verwaltung ein grosses Potenzial für Lean Management, da sich die Anzahl Erwerbstätige in den letzten Jahren ständig erhöht hat und deshalb auch dort Prozessoptimierungen notwendig sind.


Beim anschliessenden Stehlunch im Hans Erni Museum tauschten sich die Teilnehmenden aus und genossen das Wiedersehen mit Kolleginnen und Kollegen aus dem eigenen oder den anderen Zentralschweizer Kantonen sowie Vertretenden aus der Wirtschaft.