Sie sind hier:Home

Zentralinfo Juli 2020: Thema «Krise»

Coronakrise: Unbequeme Lehrmeisterin und unnachgiebige Innovationstreiberin

«Radikale Veränderungen sind nicht vorhersehbar, aber sehr wahrscheinlich.» Diese Aussage machte ich in der «zentralinfo»-Ausgabe im Dezember 2019 in einem Beitrag zum Thema Veränderungen. Der damit verbundene Wandel sei mit Ungewissheit, Unsicherheit und drohender Mutlosigkeit verbunden. Besser sei es, mit Zuversicht, Gelassenheit und geistiger Flexibilität die Veränderungen selber zu gestalten, schrieb ich damals. Rund ein halbes Jahr später brauchen wir eine grosse Portion dieser Zuversicht, Gelassenheit und Flexibilität. Denn die Coronakrise hat und wird uns in allen gesellschaftlichen Bereichen verändern.

 

Das Coronavirus hat uns alle auf dem falschen Fuss erwischt. Wir fanden trotz modernen Technologien, vernetzter Wissenschaft und einem übermässigen Regulierungsglauben keine Antwort, um das «Pandemiezentrum Europa» zu verhindern. Während wir in der Normalität beherrschbare Probleme lösen, standen wir im Krisenmodus vor unberechenbaren und komplexen Zusammenhängen, die zu unbequemen Fragen führten: Was für Folgen hat es, wenn wir die Infektionszahlen senken, aber unser Wirtschaftssystem kollabiert? Wie viele Tote sind verantwortbar, damit wir die gesellschaftliche und wirtschaftliche Zukunft der kommenden Generationen nicht zerstören?

 

Eine grosse Portion «Nichtwissen» wurde uns im Zusammenhang mit dem Coronavirus deutlich vor Augen geführt. Das ist weder schlimm noch problematisch. Es ist vielmehr eine wichtige Erkenntnis, um in einem nächsten Schritt auf die Krise zu reagieren. Entscheidend ist letztlich die Frage, wie wir die Erfahrungen der vergangenen Wochen nutzen. Lassen Sie uns unvoreingenommen analysieren und lernen, wie wir in Zukunft noch besser auf solche Situationen reagieren können.

 

Nach dem richtigerweise zentral dirigierten Krisenmodus während der «akuten» Coronakrise braucht es nun kein zentrales Mikromanagement und keine weiteren milliardenschweren Rettungspakete mehr. Vertrauen wir wieder den Stärken des Föderalismus und einem liberalen, flexiblen und innovativen Wirtschaftssystem, um den geografisch und branchenspezifisch unterschiedlichen Herausforderungen gerecht zu werden. In diesem Zusammenhang bieten die Beiträge des Ökonomen Beat Kappeler sowie des Obwaldner Ständerates Erich Ettlin einen spannenden Ausblick, wohin die Reise gehen kann.

 

Zudem zeigt sich auch in den Beiträgen von drei Zentralschweizer Vorzeigeunternehmen, warum wir unseren Zentralschweizer Unternehmen bei der Krisenbewältigung vertrauen können. Pilatus Aircraft, Victorinox und Fresenius Kabi: Diese Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen zeigen auf, wie schnell und konsequent unsere Unternehmen agieren. Sie passen sich viel schneller als jedes politisch verordnete Konjunkturprogramm an die veränderten Bedingungen an. Sie berücksichtigen dabei nicht nur die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden, sondern sie nehmen auch die langfristige Verantwortung als Arbeitgeber wahr. Anpassungsfähige Unternehmen werden die Herausforderungen am besten bewältigen – mit Zuversicht, Gelassenheit und Flexibilität. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine spannende Lektüre!

 

Adrian Derungs, Direktor IHZ