12. Zentralschweizer Wirtschaftsforum: Workshop «Persönliche Vernetzung»

Auslaufmodell oder Erfolgsrezept?

Wirtschaftsforum bald im Metaverse? Ideen und Anregungen zur Vernetzung der Zukunft

Die Panelisten im Workshop «Persönliche Vernetzung» sind echte Networking-Profis. Das Netzwerken gehört für sie zum Tagesgeschäft. Den Zuhörenden verraten sie, worauf bei der persönlichen Vernetzung zu achten ist und wie sich das Networking in Zukunft entwickeln könnte.

 

Das Zentralschweizer Wirtschaftsforum ist ein Netzwerkanlass par exellence. Trotz Pandemie und Digitalisierung spielt der persönliche Austausch nach wie vor eine zentrale Rolle. Woran liegt das und wie könnte das Networking der Zukunft aussehen? 

 

Spielwiese für die einen, notwendiges Übel für die anderen
Bei einer spontanen Publikumsumfrage wird rasch deutlich, die meisten Teilnehmenden des Wirtschaftsforums sind leidenschaftliche Netzwerkerinnen und Netzwerker. Doch in welchem Ausmass spielt das vielzitierte Vitamin B in Beruf und Karriere heute noch eine Rolle? Das möchte der Moderator von Yannick Blättler wissen. Dessen Agentur NEOVISO AG ist auf die Anliegen und Bedürfnisse der Generation Z spezialisiert. Laut Blättler ist Netzwerken das Schlagwort der Stunde. Die Schnelllebigkeit ist ein wichtiges Thema für die junge Generation. Wie vernetzen sich berufstätige Menschen heute und gibt es ein Patentrezept für erfolgreiches Networking? Die Vielfalt der Plattformen nimmt laufend zu: LinkedIn, Instagram, Snapchat, TikTok oder doch eine klassische E-Mail? Für Yannick Blättler gibt es nicht die eine App, der Erfolg liegt aus seiner Sicht vielmehr in der Kombination der Netzwerke – nur so gelingt es, alle Generationen zu erreichen. Die Schwyzer Nationalrätin Petra Gössi ergänzt, sie nutze neben den digitalen Kanälen auch nach wie vor gerne mal das Telefon, um sich persönlich über ein spezifisches Anliegen auszutauschen. 

 

Netzwerken – jetzt mal Butter bei die Fische: Tipps und Tricks
Franz Egle, Senior Partner beim Beratungsunternehmen Dynamics Group AG, ist Netzwerker von Berufes wegen. Als Lobbyist ist er seit dreissig Jahren im Bundeshaus tätig und vernetzt Akteure aus Wirtschaft und Politik. Bei Anlässen wie dem Wirtschaftsforum überlässt es Franz Egle auch gerne mal dem Zufall, mit wem er sich austauscht. In anderen Situationen geht er das Networking sehr zielgerichtet an: «Dann geht es darum, dem Gegenüber das eigene Anliegen innert kürzester Zeit zu erklären.» Natasja Sommer, Public Affairs Managerin bei der Coca-Cola Schweiz GmbH, ist der Meinung, dass wichtige Stakeholder beim Netzwerken häufig vergessen gehen. So sind Mitarbeitende beispielsweise wichtige Botschafter für das Unternehmen, weshalb der interne Austausch ebenso gepflegt werden sollte wie die externe Vernetzung.

 

Wie netzwerkt man mit Politikern?
Die ehemalige FDP-Parteipräsidentin, Petra Gössi, möchte mit einem Mythos aufräumen: Häufig würden Politikerinnen und Politiker als «die da oben in Bern» bezeichnet. Das ist nicht richtig, denn das Bundeshaus ist offen und ein Ort des Austauschs. Auch wenn die Wirtschaft die Probleme in der Regel schneller löst als die Politik, ist ein aktiver Austausch zwischen beiden Seiten wichtig. Franz Egle pflichtet ihr bei: «Es bringt nichts, wenn Wirtschaft und Politik nur übereinander fluchen.» Fällt bekannten Persönlichkeiten und Politikerinnen wie Petra Gössi das Netzwerken leichter? «Die Hürde mag geringer sein», meint Gössi, «aber man wird auch schnell in eine Schublade gesteckt.» Denn die Medien zeichnen oft ein gar einseitiges und unausgewogenes Bild der eigenen Persönlichkeit. Für Natasja Sommer gibt es nichts Schlimmeres, als beim Netzwerken auf Quantität zu setzen. Gerade beim Networking ist weniger manchmal mehr. Ihr ist besonders wichtig, dass man aufmerksam zuhört und sein Gegenüber ernst nimmt.

 

Netzwerken rein digital – statt auf dem Pilatus künftig im Metaverse?
Wie wird das Netzwerken der Generation Z aussehen? Yannick Blättler meint, die überzeugendsten Anlässe im virtuellen Raum seien immer mit sogenannten MeetUps gekoppelt, an welchen sich die Personen persönlich treffen können. In dieser Kombination von digitalen und physischen Elementen liegt für ihn das Erfolgsrezept des Networkings der Zukunft.

Yannick Blättler, Petra Gössi, Franz Egle, Natasja Sommer, Gregory Remez

 

Key Take-Away

  • Offenheit ist das A und O beim Netzwerken.
  • Networking kann man nicht beliebig planen – lassen Sie auch mal den Zufall spielen, so können sich überraschende Begegnungen ergeben.
  • Dank Kleinräumigkeit und direkter Demokratie sind die Wege in der Schweiz kurz. Nutzen Sie diesen Vorteil und aktivieren Sie Ihre Netzwerke.
  • Die persönliche Vernetzung im Gespräch ist nach wie vor der Königsweg. Die sozialen Medien und digitale Plattformen spielen aber eine immer wichtigere Rolle und ergänzen den persönlichen Kontakt.