
Medienmitteilng: 16. Zentralschweizer Wirtschaftsforum: «Mach's eifach! Mehr Pragmatismus für die Zentralschweiz»
Über 250 Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft kamen am 4. September 2026 zum 16. Zentralschweizer Wirtschaftsforum der Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz IHZ auf dem Pilatus zusammen. Unter dem Motto «Mach's eifach! Mehr Pragmatismus für die Zentralschweiz» stand die Frage im Zentrum, wie Wirtschaft, Politik und Gesellschaft wieder schneller ins Handeln kommen. Das Forum machte das Motto gleich selbst zum Programm: Auf die Frage, wer jetzt zu einem Tandem-Gleitschirmflug vom Pilatus aufbrechen würde, meldete sich eine Teilnehmerin und hob kurz darauf ab.
Für rund 80 Führungskräfte begann der Forumstag bereits frühmorgens und zu Fuss. Um 6.45 Uhr machte sich in Alpnachstad eine so grosse Wandergruppe wie noch nie auf den Weg Richtung Pilatus Kulm. Was sich über die Jahre zu einem festen Bestandteil des Wirtschaftsforums entwickelt hat, passte dieses Mal besonders gut zum Motto: gemeinsam aufbrechen und vorwärtskommen. Unterwegs blieb genügend Zeit für Gespräche, neue Kontakte und den Austausch über aktuelle Herausforderungen der Zentralschweizer Wirtschaft.
Pragmatismus aus verschiedenen Perspektiven
Wie viel Pragmatismus braucht die Schweiz? Dieser Frage ging das Wirtschaftsforum aus unterschiedlichen Blickwinkeln nach. Im Zentrum standen die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen für erfolgreiches Unternehmertum, die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz sowie die Frage, wie trotz wachsender Komplexität gute und tragfähige Entscheide gelingen. Dabei zeigte sich: Pragmatismus bedeutet nicht, vorschnell einfache Antworten zu liefern. Vielmehr braucht es klare Ziele, unternehmerischen Handlungsspielraum und den Willen, Lösungen zu finden und umzusetzen.
Dass «Mach's eifach!» durchaus wörtlich gemeint war, zeigte sich auch bei einer ungewöhnlichen Aktion: Mitten im Forum wurde in die Runde gefragt, wer spontan zu einem Tandem-Gleitschirmflug vom Pilatus aufbrechen möchte. Eine Person zögerte nicht lange, meldete sich – und tauschte kurz darauf den Sitzplatz gegen den Gleitschirm. Nach ihrem Flug sagte Wanda Federici, Geschäftsleiterin CausaMed AG, begeistert: «Das war sensationell! Dieses Gefühl von Freiheit, hoch über der Zentralschweiz zu schweben, war einfach unbeschreiblich. Besonders beeindruckt hat mich das karibisch anmutende Luzerner Seebecken mit seinen faszinierenden Farbnuancen.»
Zwischen Eigenständigkeit und Kompromissfähigkeit
Mit Bundesrat Martin Pfister und Nationalrätin und Unternehmerin Magdalena Martullo-Blocher beleuchteten zwei prominente Stimmen aus der Schweizer Politik unterschiedliche Facetten des Pragmatismus. Martullo-Blocher sprach über die wirtschaftlichen Erfolgsfaktoren der Schweiz und warnte davor, diese mit vorschnellen Entscheiden aufs Spiel zu setzen: «Die Stärke der Schweiz gründet auf ihrer Eigenständigkeit, unternehmerischer Freiheit und offenen Handelsbeziehungen. Schnellschüsse ohne Analyse und Kreativität machen diese Vorteile schnell zunichte.»
Bundesrat Martin Pfister richtete den Blick auf die Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Gerade dort zeige sich, dass pragmatische Politik auch die Fähigkeit zum Kompromiss voraussetze: «Politik bewegt sich selten im Raum des Wünschbaren, sondern im Feld des Machbaren – gerade in der Schweizer Sicherheitspolitik wird der Kompromiss zur Voraussetzung für Handlungsfähigkeit.» Pragmatismus in Bundesbern bedeutet für Bundesrat Pfister vor allem, sich konsequent der Sache zu widmen. Parlamentarierinnen und Parlamentarier könnten stärker ideologisch denken und handeln. In der Exekutive hingegen müsse man sich konsequent an der Sache orientieren und nach tragfähigen Lösungen suchen.
Pragmatismus als Stärke der Schweiz
«Die Schweiz ist stark, weil wir Probleme pragmatisch lösen können. Doch wir sind komplizierter und langsamer geworden. ‹Mach's eifach!› ist deshalb mehr als ein Motto. Es ist eine Aufforderung, Verantwortung zu übernehmen, Entscheide zu treffen und diese konsequenter umzusetzen», so IHZ-Direktor Adrian Derungs.
Mit dem diesjährigen Forum zeigte er sich sehr zufrieden: «Das Zentralschweizer Wirtschaftsforum bringt Menschen zusammen, die Verantwortung tragen und etwas bewegen können. Als IHZ bieten wir dafür eine starke Plattform: für den persönlichen Austausch, neue Perspektiven und die gemeinsame Diskussion über die Herausforderungen der Zentralschweizer Wirtschaft.»


