
Medienmitteilung: IHZ-Quartalsanalyse Q3/2025
Zentralschweizer Unternehmen schätzen die Geschäftslage leicht positiver ein als im Vorquartal. Die Industrie konnte die im April eingeführten US-Zollsätze von 10 Prozent auf einen Grossteil der Handelsgüter gut verdauen. Der neuerliche Zollhammer konnte bei der aktuellen Befragung vom Juli aber noch nicht miteinbezogen werden. Durch die hohen Zölle sind auch Arbeitsplätze in der Zentralschweiz in Gefahr.
Die Geschäftslage in der Zentralschweiz hat sich im zweiten Quartal 2025 stärker aufgehellt als im Schweizer Durchschnitt. Die von den US-Behörden eingeführten Zollsätze von 10 Prozent auf einen Grossteil der Importe hat die Zentralschweizer Wirtschaft folglich gut verdaut. Allerdings konnten die Unternehmen bei der Erhebung im Juli 2025 den überraschend hohen länderspezifischen Zoll von 39 Prozent auf die meisten Exporte in die USA noch nicht einkalkulieren. Aber auch ohne Gewissheit über die Einführung der neuen Zollsätze gegenüber der Schweiz korrigierten die Zentralschweizer Unternehmen ihre Geschäftserwartungen für die nächsten sechs Monate deutlich nach unten.
Druck auf Industrieunternehmen steigt
Industriesektor sieht sich eine Mehrheit der Unternehmen mit einer schlechten Geschäftslage konfrontiert. Industriebetriebe klagen weiter über schrumpfende Bestelleingänge und die Produktion wird zunehmend gedrosselt. Ebenfalls nehmen die Sorgen über finanzielle Restriktionen zu. Parallel dazu macht sich im Finanzsektor ein Rückgang des Kreditgeschäfts mit Firmenkunden bemerkbar. Positiver als im Vorquartal wird die Geschäftslage im Detailhandel, bei verschiedenen Dienstleistungen und im Gastgewerbe eingeschätzt. Die Geschäftslage im Baugewerbe und bei Projektierungsbüros wird leicht negativer eingeschätzt als vor drei Monaten, bewegt sich aber nach wie vor auf hohem Niveau.
Zentralschweizer Kantone unterschiedlich von US-Zöllen betroffen
Die Auswirkungen der Zölle auf die Zentralschweizer Volkswirtschaft sind als moderater einzuschätzen als in anderen Regionen. Der Kanton Nidwalden sticht jedoch mit einer hohen Exponierung hervor. US-Exporte entsprechen fast einem Fünftel der gesamten Wertschöpfung. Auch der Kanton Obwalden weist mit einem Anteil von 5,6 Prozent einen hohen Wert auf. Im Kanton Zug relativiert sich die Betroffenheit insbesondere durch die Korrektur der derzeit von den Zöllen ausgenommenen Pharma-Exporte. Uri und Schwyz sind verhältnismässig wenig exponiert. Die Exponierung ist dabei aber nicht mit dem volkswirtschaftlichen Schaden gleichzusetzen. Mit den prohibitiv hohen Zöllen ist bei direkt betroffenen Unternehmen mit einer Drosselung der Produktion oder einer Abwanderung ins Ausland zu rechnen. Dadurch sind zahlreiche Arbeitsplätze auch in der Zentralschweiz in Gefahr. IHZ-Direktor Adrian Derungs interpretiert die aktuelle Lage als Warnschuss: «Unternehmen sind mehr denn je auf einen Abbau von bürokratischen Hürden angewiesen. Die Politik ist gefordert jegliche Regulierungspläne und Abgabenerhöhungen zu stoppen.»


