Medienmitteilung: Zollsenkung auf US-Exporte bringt Erleichterung – doch Unsicherheit bleibt

Medienmitteilung: Zollsenkung auf US-Exporte bringt Erleichterung – doch Unsicherheit bleibt

Die Aussichten auf eine baldige Reduktion der US-Zölle auf Schweizer Exporte sorgt in der Zentralschweizer Wirtschaft für spürbare Erleichterung. Für viele produzierende Unternehmen ist die Zollsenkung überlebenswichtig. Die handelspolitischen Unsicherheiten bleiben aber weiterhin hoch.

«Vor einem Jahr hätte kaum jemand gedacht, dass man sich in der Schweizer Exportwirtschaft einmal über Zölle in der Höhe von 15 Prozent freuen würde», sagt IHZ-Direktor Adrian Derungs. «Die Aussichten auf eine Zollsenkung der USA stellt jedoch für zahlreiche produzierende Unternehmen in der Zentralschweiz eine dringend benötigte Entlastung dar.»

Exportorientierte Unternehmen unter Druck
In den vergangenen Monaten war die Situation für Firmen mit hohem US-Exportanteil angespannt und teuer. Viele Betriebe mussten ihre Produktion anpassen, kurzfristig taktisch reagieren und mit Mitarbeitenden, Kunden und Lieferanten schwierige Gespräche führen. Einige Unternehmen hielten trotz der hohen Zölle am US-Markt fest. Sie exportierten nur zu einem Nullsummenspiel oder gar mit Verlusten. Erstens sind Umstellungen der Lieferketten, der Produktion und des Vertriebs aufwändig und kostspielig und zweitens wollten Unternehmen den Marktzugang nicht auf Spiel setzen.

Unsicherheiten bleiben bestehen
«Die Erleichterung über den erzielten Zoll-Deal ist gross. Genau so gross sind aber nach wie vor die Unsicherheiten», so Adrian Derungs. Noch sind nicht alle Details und Auswirkungen des Verhandlungsergebnisses bekannt. Ebenfalls muss die Absichtserklärung im politischen Prozess und mit allen technischen Einzelheiten in einen Vertrag überführt werden. Auch anschliessend stellen sich Fragen zur völkerrechtlichen Verbindlichkeit und der Beständigkeit des Abkommens.

Der Freihandel ist international unter Druck. Neben der US-Zollpolitik berät auch die EU über Stahlzölle und ein kompliziertes Grenzausgleichssystem für CO2 wurde bereits umgesetzt. Auch in der Schweiz behandelt das Parlament Geschäfte, die den internationalen Waren- und Kapitalverkehr einschränkten, beispielsweise mit einem eigenen CO2-Grenzausgleichsystem für Zementprodukte oder einem Investitionsprüfgesetz.

Die Schweiz als mittelgrosse, offene Volkswirtschaft ist auf einen regelbasierten internationalen Freihandel angewiesen. Die IHZ setzt sich deshalb weiterhin konsequent gegen Protektionismus und für einen starken internationalen Handel ein.

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