Rückblick 15. Zentralschweizer Wirtschaftsforum: Schlussreferat

Rückblick 15. Zentralschweizer Wirtschaftsforum: Schlussreferat

Sicherheit als Fundament der Freiheit
Warum Freiheit geschützt und verteidigt werden muss und welche Rolle die Schweizer Armee in einem volatilen globalen Umfeld spielt.

Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit. Oft spürt man erst, was man an ihr hat, wenn sie fehlt. In einer Welt, die geprägt ist von Machtpolitik, Cyberangriffen und hybrider Bedrohung stellt Sicherheit eine notwendige Grundlage der Freiheit dar.  

«Freiheit und Sicherheit sind untrennbar miteinander verbunden», begann Brigadier Oliver Müller, Kommandant Stellvertreter der Territorialdivision 2 der Schweizer Armee, sein Referat. Schon grosse Denker wie John Locke und Thomas Hobbes betonten die Notwendigkeit einer Balance zwischen Freiheit und Sicherheit: Ohne Schutz verfällt die Freiheit, während zu viel Sicherheit die Freiheit erdrückt. Die aktuelle Rückkehr zur Machtpoli tik zeigt, wie fragil das Gleichgewicht ist und wie leicht es kippen kann: «Heute gilt nicht mehr die Macht des Rechts, sondern das Recht der Macht», mahnte Brigadier Oliver Müller. 

Freiheit braucht Schutz und Verteidigung 
Die Schweizer Armee muss sich heute für die Herausforderungen von morgen rüsten – um Freiheit langfristig zu schützen, ohne sie unnötig einzuschränken. Unsere Freiheiten werden täglich bedroht, etwa durch Cyberangriffe und Spionage. Je später eine Armee oder eine Gesellschaft auf Gefahren reagiert, umso drastischer müssen die Massnahmen sein, um die Gefahr zu mitigieren. Sicherheit ist nach dem Verständnis von Müller daher nicht nur als militärischer Grundauftrag zu verstehen, sondern auch als notwendige Voraussetzung, damit zivile Bürger ihre Freiheit im Alltag geniessen können. 

Der hohe Preis der späten Einsicht 
Die Devise für eine gut vorbereitete Armee lautet: «Kämpfen können, ohne kämpfen zu müssen.» Solange die Armee gut vorbereitet und ausgerüstet ist, bleibt der Preis für die Freiheit verhältnismässig niedrig. Kommt es aber zum Ernstfall, erfolgt die Verteidigung der Sicherheit stets auf Kosten der Freiheit. Im Kriegsfall ist der Entzug persönlicher Freiheiten praktisch unvermeidlich – ein schmerzlicher Einschnitt, gerade in der sicheren und demokratischen Schweiz. Geopolitische Planspiele wie sie das Buch «Wenn Russland gewinnt» aufzeigt, sind realistischer als man glaubt. Die Schweiz muss heute die Voraussetzungen schaffen, dass künftige Generationen in Sicherheit und Freiheit leben können. Um die Verteidigungsfähigkeit für die nächsten Jahrzehnte sicherzustellen sind verschiedene Massnahmen nötig: Eine höhere Gewichtung der Sicherheit im Staatsbudget, Investitionen in die Sicherheitsinfrastruktur und die Weiterentwicklung des Militärdiensts. In der Gesamtschau scheinen dies kleine Opfer, um den Fortbestand der Freiheit zu gewährleisten. 
 

 Key Take-Away

  • Freiheit und Sicherheit sind untrennbar miteinander verbunden: Freiheit muss verteidigt werden - ohne Sicherheit keine Freiheit.
  • Die Schweiz befindet sich zwar nicht in einem bewaffneten Krieg, wird aber täglich Opfer von hybriden Bedrohungen und niederschwelligen Angriffen.
  • Wer spät auf Gefahren reagiert, muss drastische Massnahmen ergreifen und riskiert grosse Einschnitte bei der Freiheit.
  • Die Schweizer Armee muss sich heute für die kommenden zwei Jahrzehnte vorbereiten, um in einem volatilen Umfeld handlungsfähig zu bleiben.
     

Publikation «Spezial» zum 15. Zentralschweizer Wirtschaftsforum (PDF)

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