Rückblick 15. Zentralschweizer Wirtschaftsforum

Rückblick 15. Zentralschweizer Wirtschaftsforum

Über 250 Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft kamen am 4. September 2025 zum 15. Zentralschweizer Wirtschaftsforum der IHZ zusammen. Im Zentrum stand das Thema «Freiheit – Fundament und Standortvorteil für die Zentralschweiz».

Für viele Teilnehmende begann der Forumstag sportlich: Um 6.45 Uhr machten sich rund 70 Personen bei der Talstation Alpnachstad in Wanderschuhen auf den Weg Richtung Pilatus Kulm. Die Wanderung bot Gelegenheit, bereits frühmorgens über die Zukunft des Zentralschweizer Wirtschaftsraums zu diskutieren und Kontakte zu pflegen.

Nach der Eröffnung von IHZ-Direktor Adrian Derungs und IHZ-Präsident Andreas Ruch referierte Jürg Müller, Direktor Avenir Suisse, zum Thema «Der wachsende staatliche Fussabdruck als Bedrohung für die Freiheit». Im Anschluss diskutierten Staatswissenschaftlerin und Amerika-Expertin Claudia Franziska Brühwiler, Andrea Rauber Saxer vom SECO und China-Experte Markus Herrmann über geopolitische Spannungen, Handelskonflikte und die Suche nach neuen Gleichgewichten in einer multipolaren Weltordnung. Der überraschende Zollentscheid aus Washington war ein Paukenschlag – auch für die Podiumsteilnehmenden. Für Claudia Franziska Brühwiler war er zwar ein «Schockmoment», doch warnte sie vor vorschnellen Reaktionen: «In dieser Administration ist nichts endgültig», betonte sie. China hingegen habe die Entwicklungen wesentlich weitsichtiger antizipiert, erklärte Markus Herrmann, Mitgründer und Geschäftsführer der China Macro Group. Peking habe sich bereits seit 2016 gezielt auf ein mögliches «Trump 2.0»-Szenario vorbereitet. Die Debatte zeigte: Freiheit ist heute nicht nur innenpolitisch herausgefordert, sondern auch in einem globalen Systemwettbewerb unter Druck.

Bundesrat Albert Rösti unterstrich im Gespräch mit Moderator Michael Rauchenstein, dass Freiheit stets aktiv verteidigt werden müsse. Weiter zeige sich Freiheit für ihn im Schweizer Subsidiaritätsprinzip, das politische Macht nach unten delegiert und Direktbetroffenen in Entscheidungsprozesse einbinde. Auf die Frage nach der aktuell grössten Herausforderung für die Freiheit, verwies Rösti auf die steigende Anzahl internationaler Handelsbarrieren. Dazu zählen Abschottungstendenzen und Protektionismus. Auch in der Energieversorgung sei die Freiheit zentral, erklärte der UVEK-Vorsteher. Er warnte vor einer wachsenden Lücke zwischen Bedarf und Produktion. Digitalisierung und der KI-Boom trieben den Stromverbrauch in der Schweiz zusätzlich voran. Die Schweiz hätte jedoch die Chance, ihre Rolle als sicherer Standort für Rechenzentren zu stärken. Diverse Wasserkraftprojekte sowie neue Solaranlagen können einen Teil des steigenden Bedarfs abfedern, allerdings nur, wenn sie nicht durch Einsprachen weiter verzögert werden. Zudem unterstrich er – auch mit Blick auf die Kernkraft – die Bedeutung von Technologieoffenheit, um die Versorgungssicherheit langfristig zu gewährleisten.

Die anschliessenden Parallel-Sessions widmeten sich folgenden Themen:

  • Unternehmerische Freiheit als Garant für Innovation und Verantwortung
  • Führung und Freiheit: Die Balance zwischen Selbstbestimmung und Zielorientierung
  • Staatsgläubigkeit, Subventionen und Bürokratie – Schweizer Freiheitsverzicht als Wohlstandsphänomen?

Zum Abschluss weiteten Brigadier Oliver Müller und Philosoph Rayk Sprecher den Blick: von militärischer Sicherheit als Fundament der Freiheit bis zu philosophischen Überlegungen, warum es sich lohnt, trotz Widerständen frei zu denken und zu handeln. 

Nebst Referaten und Gesprächsrunden stand insbesondere das Netzwerken der Teilnehmenden im Zentrum der Veranstaltung. Abgerundet wurde das Wirtschaftsforum mit einem Abendessen im Restaurant Pilatus-Kulm.

  • Impressionen
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