Rückblick: 4. Zentralschweizer Aussenhandelsforum

Rückblick: 4. Zentralschweizer Aussenhandelsforum

Am 5. März 2026 führte die IHZ im Verkehrshaus der Schweiz das 4. Zentralschweizer Aussenhandelsforum durch. Über 100 Aussenhandelsexpertinnen und -experten nahmen daran teil und tauschten sich über aktuelle Entwicklungen im internationalen Handel sowie deren Auswirkungen auf exportorientierte Unternehmen aus.

Nach der Begrüssung durch Thomas Odermatt, Leiter Kommunikation der IHZ und Moderator der Veranstaltung, hiess IHZ-Direktor Adrian Derungs die Teilnehmenden willkommen. Er betonte die grosse Bedeutung des Aussenhandels für die Region und unterstrich, wie wichtig verlässliche Rahmenbedingungen, Fachwissen und entsprechende Weiterbildungsmöglichkeiten für international tätige Unternehmen sind.

IHZ-Direktor Adrian Derungs begrüsst die Gäste.

Den fachlichen Auftakt machte Markus Metzger von Tax Team AG. In seinem Referat stellte er das EU-Reformpaket «VAT in the Digital Age» (ViDA) vor. Die geplanten Anpassungen gelten als die grösste Reform des europäischen Mehrwertsteuersystems seit Jahrzehnten. Neue digitale Meldepflichten, eine stärkere Plattformbesteuerung sowie der Ausbau des One-Stop-Shop-Prinzips werden die Abwicklung von Mehrwertsteuerprozessen verändern. Er informierte, welche Prozessanpassungen bei Schweizer Unternehmen aufgrund des geänderten Rechtsrahmens innerhalb der EU notwendig sein könnten.

Im Anschluss zeigte Bohumil Matousek von der Schweizerischen Exportrisikoversicherung (SERV) auf, wie Exportgeschäfte mit Versicherungen und Garantien abgesichert werden können. Die SERV unterstützt Unternehmen dabei, Risiken im internationalen Geschäft zu reduzieren und erleichtert den Zugang zu ausländischen Märkten. Anhand dreier Praxisbeispiele zeigte er auf, wie exportorientierte Unternehmen von diesen Instrumenten profitieren können. Weiter betonte er, dass die SERV nicht nur Grosskonzernen, sondern auch KMU unter die Arme greift.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den Ursprungsregeln im paneuropäischen Mittelmeerraum. Ralf Aeschbacher vom Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit erläuterte den aktuellen Stand des revidierten PEM-Übereinkommens, das Anfang 2025 in Kraft getreten ist. Ziel ist eine Harmonisierung der Ursprungsregeln in der Region. Damit das volle Potenzial ausgeschöpft werden kann, müssen jedoch noch weitere Freihandelsabkommen entsprechend angepasst werden. Aktuell wenden innerhalb der PEM-Zone sieben Länder noch immer die alten Ursprungsregeln an. Er ist zuversichtlich, dass sich dies bis Ende 2026 harmonisieren wird.

Ralf Aeschbacher gibt ein Update zum revidierten PEM-Übereinkommen.

Für eine praxisnahe Perspektive sorgte die Podiumsdiskussion zum Thema «Aussenhandel im Wandel». Dr. Nicolas Niedhart, CEO der Leister Group, und Rudolf Zimmerli, CEO der Proderma AG, berichteten aus dem Unternehmensalltag und sprachen über aktuelle Herausforderungen wie den starken Franken oder handelspolitische Spannungen im Zusammenhang mit US-Zöllen. Die beiden CEO teilten zudem, wie sie als Führungspersönlichkeiten ganz persönlich mit solchen Herausforderungen umgehen. Yves Spühler, Leiter Wirtschaftspolitik und Ökonomie der IHZ, ordnete die Diskussion volkswirtschaftlich ein und zeigte die zentrale Rolle des Aussenhandels für die wirtschaftliche Entwicklung der Zentralschweiz auf.

Gesprächsrunde zum Thema «Aussenhandel im Wandel»

Zum Abschluss stellte Marco Benz vom Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit das neue Schweizer Zollrecht vor. Im Zusammenspiel mit dem Transformationsprogramm DaziT sollen Abläufe künftig stärker digitalisiert und administrative Aufwände reduziert werden. Für Unternehmen eröffnen sich dadurch neue Möglichkeiten, Import- und Exportprozesse effizienter zu gestalten.

Das Schlusswort hielt Markus Wermelinger, Leiter Export der IHZ. Beim anschliessenden Apéro riche nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit für persönlichen Austausch und Vernetzung.

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