
Rückblick: IHZ-Wirtschaftslunch «Konjunktur und Kontext»
Am 24. Februar 2026 fand im KKL der IHZ-Wirtschaftslunch «Konjunktur und Kontext» statt.
Rund 60 Gäste nahmen am IHZ-Wirtschaftslunch teil. Im Zentrum standen die aktuelle konjunkturelle Lage in der Zentralschweiz sowie die Dynamik der Wechselkurse und deren Bedeutung für Unternehmen.
Nach der Begrüssung durch IHZ-Direktor Adrian Derungs präsentierte Yves Spühler die neuesten Ergebnisse der IHZ-Quartalsanalyse.
Die Stimmung in der Zentralschweizer Wirtschaft verbessere sich seit rund einem Jahr kontinuierlich, betonte Yves Spühler. Trotz einzelner Rückschläge liegt der Geschäftslage-Indikator zu Beginn des ersten Quartals 2026 deutlich über dem Vorjahreswert - insbesondere Getragen durch das Gastgewerbe und die Baubranche. Zwar prägen geopolitische Spannungen, handelspolitische Unsicherheiten und eine schwächere Nachfrage aus wichtigen Exportmärkten weiterhin das Umfeld. Ihr Effekt auf das regionale Wachstum der Gesamtwirtschaft wird jedoch häufig überschätzt. Das wurde mit aktuellen Exportdaten der Zentralschweizer Wirtschaft veranschaulicht.
Ganz anders sieht es in der Industrie aus. Die Zentralschweizer Industrie weist seit 2022 ein negatives Wachstum auf. Unternehmen bauten als Folge Produktivitätskapazitäten und Personal ab. In der Maschinenindustrie sind erste positive Signale erkennbar, die Metallindustrie die Produktion von elektrischen Geräten könnte später im Jahr folgen. Insgesamt befinden sich viele Unternehmen in einer Konsolidierungsphase. Sie optimieren Prozesse, senken Kosten und sichern ihre Margen.
Das hat auch Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosenquote in der Zentralschweiz hat seit 2023 kontinuierlich zugenommen und ist zum Jahreswechsel nochmals leicht auf 2,3 Prozent gestiegen. Sie bleibt damit deutlich unter dem Schweizer Durchschnitt von 3,2 Prozent und befindet sich in etwa im langfristigen Mittel. In vielen Branchen kann diese Entwicklung eher Normalisierung als eine Krise interpretiert werden. Vor dem Anstieg waren in der Region teilweise mehr Stellen ausgeschrieben, als es registrierte Arbeitslose gab.
Nach einem kurzen Exkurs über die erwarteten Preisentwicklungen schloss Yves Spühler mit den positiven Aussichten aller Branchen. Die aktuellen Daten deuten insgesamt auf ein moderates, aber robustes Wachstum hin.
Im zweiten Referat erläuterte Ramon Köchli, FX-Relationship Manager der UBS Switzerland AG, die Mechanismen hinter Wechselkursbewegungen. Er zeigte auf, welche Faktoren den Schweizer Franken beeinflussen und wie Unternehmen Wechselkursrisiken einschätzen und gezielt steuern können. Neben methodischen Grundlagen standen insbesondere praktische Ansätze aus der Unternehmenspraxis im Fokus.
Besonders aufschlussreich waren die Prognosen der UBS zu den Wechselkursen USD/CHF und EUR/CHF für das Jahr 2026. Die Grundannahme: Der US-Dollar dürfte sich gegenüber dem Franken nicht weiter abwerten. Gleichzeitig geht die UBS davon aus, dass sich ein Teil der Unsicherheiten aus dem Jahr 2025 im Verlauf des Jahres 2026 abschwächen wird. Beim EUR/CHF wird erwartet, dass der Euro von einer Erholung der deutschen Wirtschaft profitieren und gegenüber dem Franken an Stärke gewinnen könnte.
Die anschliessende Diskussion bot Gelegenheit für Fragen und einen vertieften Austausch. Beim gemeinsamen Stehlunch nutzten die Teilnehmenden die Möglichkeit, Kontakte zu pflegen und aktuelle wirtschaftliche Entwicklungen weiter zu diskutieren.



