Schicht- und Nachtarbeit in der Lohngleichheitsanalyse

Die Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz IHZ setzt sich dafür ein, dass die Lohngleichheitsanalyse die betriebswirtschaftliche Realität abbildet. Zusammen mit dem Schweizerischen Arbeitgeberverband (SAV) und im Namen des KMU-Forums wurde ein Brief an die Verwaltung verfasst.

Die IHZ begrüsst und unterstützt die vom Bundesrat am 28. April 2022 verabschiedete «Gleichstellungsstrategie 2030», deren Ziele die berufliche Gleichstellung und eine verbesserte Vereinbarkeit von Beruf und Familie sind. Aus wirtschaftlicher Sicht sind nicht erklärbare Lohnunterschiede zwischen den Geschlechtern ineffizient und durch die Schwierigkeit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie gehen wichtige Fachkräfte verloren.

 
In der wirtschaftspolitischen Umsetzung ist es jedoch zentral, dass staatliche Regulierungen und deren Umsetzung präzise ausgearbeitet werden. Ansonsten resultieren kostspielige, ungewünschte Effekte. Diverse Mitglieder der IHZ haben darauf hingewiesen, dass das Standard-Analyse-Tool für die Lohngleichheit bei Unternehmen, sog. Logib, gewisse Mängel aufweist. Beispielsweise werden erklärbare Lohnunterschiede, wie Entschädigungen bei Schicht- oder Nachtarbeit in der Analyse nicht beachtet. Unterscheiden sich bei einem Unternehmen die Löhne zwischen Frau und Mann lediglich aufgrund dieser Entschädigungen, ist es möglich, dass die Einhaltung der Lohngleichheit im Unternehmen nicht bestätigt wird. In diesem Fall können sich betroffene Unternehmen nicht mehr an öffentlichen Ausschreibungen beteiligen oder müssen in gewissen Fällen mit Sanktionen rechnen.


Zusammen mit dem Schweizerischen Arbeitgeberverband SAV haben wir uns konstruktiv für eine Lösung zuhanden der Bundesverwaltung eingesetzt. In einem Brief an das Eidgenössische Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann (EBG) hat die ausserparlamentarische Kommission KMU-Forum die Problemstellungen dargelegt und Lösungsvorschläge eingereicht.

 
Existieren auch in Ihrer Branche bürokratische Hürden, die ihr Unternehmen einschränken oder sehen Sie Lösungsansätze, die Ihre Prozesse effizienter gestalten würden? Dann wenden Sie sich an unsere Abteilung für Wirtschaftspolitik:

 

Kontakt

Yves Spühler, Wirtschaftspolitik

yves.spuehler@ihz.ch

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