Zentralinfo 01/2026 «vernetzt»: Autobahnen der Zentralschweiz: Rückgrat der Wirtschaft

Zentralinfo 01/2026 «vernetzt»: Autobahnen der Zentralschweiz: Rückgrat der Wirtschaft

Die Zentralschweiz lebt von kurzen Wegen und starken Verbindungen. Die Autobahnen sichern Mobilität für Arbeit, Tourismus und Güterverkehr und wirken im Zusammenspiel mit der Schiene als entscheidender Standortfaktor für eine wettbewerbsfähige Wirtschaft.

Wer durch die Zentralschweiz fährt, bewegt sich in einem der wirtschaftlich dynamischsten Räume der Schweiz. Funktionierende Verkehrsverbindungen sind dafür eine zentrale Voraussetzung. Als Direktor des ASTRA sehe ich täglich, wie entscheidend leistungsfähige Strassen- und Schieneninfrastrukturen für Mobilität, Wertschöpfung und Lebensqualität sind. Die Schweiz ist ein Land der kurzen Wege und engen Verflechtungen. Eine funktionierende Verkehrsinfrastruktur ist kein Selbstläufer, sondern das Ergebnis kontinuierlicher Arbeit und gezielter Investitionen. Im Zusammenspiel mit der Schiene bilden die Nationalstrassen das Rückgrat: Sie verbinden Menschen, Märkte und Regionen und sichern die Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes.

In der Zentralschweiz zeigt sich diese Rolle besonders deutlich. Die Autobahnen übernehmen nicht nur eine Transitfunktion, sondern sind zugleich das regionale Hochleistungsstrassennetz. Die A2 als Nord-Süd-Achse, die A14 zwischen Zug und Luzern sowie die A4 Richtung Zürich und Gotthardraum sind unverzichtbar – für Pendlerinnen und Pendler, den Tourismus, die Güterversorgung und die exportorientierte Wirtschaft.

Investitionen, die sich auszahlen
In den letzten Jahren hat das ASTRA gezielt in Unterhalt, Sicherheit und Leistungsfähigkeit investiert – unter anderem zwischen Stans und Hergiswil sowie Rütihof–Küssnacht. Diese Arbeiten sind mit Einschränkungen verbunden, aber notwendig. Nur ein gut unterhaltenes Netz bleibt zuverlässig und sicher. Gleichzeitig stösst die bestehende Infrastruktur zunehmend an ihre Grenzen. Verkehrswachstum, hohe Siedlungsdichte und topografische Rahmenbedingungen führen zu Engpässen – mit spürbaren Folgen für Unternehmen und Bevölkerung.

Bypass Luzern: Entlastung für Wirtschaft und Region
Ein zentrales Projekt ist deshalb der Bypass Luzern. Er ist keine Frage des Komforts, sondern der Funktionsfähigkeit des Gesamtsystems. Der heutige Abschnitt der A2 ist chronisch überlastet; Störungen wirken sich rasch weit über die Region hinaus aus. Der Bypass entlastet, erhöht die Zuverlässigkeit und trennt Transit- und Regionalverkehr besser. Er schafft zudem die Voraussetzung für den notwendigen Unterhalt und verbessert Verkehrsfluss und Lebensqualität im urbanen Raum. Auf dem nachgelagerten Strassennetz entsteht Raum für den Langsamverkehr und den strassengebundenen öffentlichen Verkehr. 

Auch auf der A14 Zug–Luzern besteht hoher Handlungsbedarf. Sie zählt zu den am stärksten belasteten Autobahnen der Schweiz. Mit dem Bypass sowie mit digitalen Lösungen wie der intelligenten Verkehrsmanagementanlage zwischen Buchrain und Rotsee wird ihre Leistungsfähigkeit gezielt erhöht. Solche Instrumente zeigen, wie bestehende Infrastruktur effizienter genutzt und auf Entwicklungen wie das automatisierte Fahren vorbereitet werden kann. Auf der A4 eröffnet die neue Axenstrasse langfristig Perspektiven: Sie entlastet Ortschaften, schafft Platz für den Langsamverkehr und sorgt für sicheren und flüssigen Verkehr.

Leistungsfähige Verkehrsverbindungen sind ein zentraler Standortfaktor für die Zentralschweiz. Dafür braucht es ein starkes Nationalstrassennetz im Zusammenspiel mit einem ebenso leistungsfähigen Schienennetz.

Mobilität als Standortvorteil sichern
Leistungsfähige Verkehrsverbindungen sind ein zentraler Standortfaktor für die Zentralschweiz. Dafür braucht es ein starkes Nationalstrassennetz im Zusammenspiel mit einem ebenso leistungsfähigen Schienennetz. Als Betreiberin des Nationalstrassennetzes arbeitet das ASTRA gemeinsam mit Kantonen, Regionen und Gemeinden sowie in enger Abstimmung mit dem öffentlichen Verkehr daran, die Autobahnen der Zentralschweiz langfristig leistungsfähig zu halten – damit Mobilität auch künftig Wachstum, Arbeitsplätze und Lebensqualität unterstützt.

Autor/Autorin:
Jürg Röthlisberger, Direktor des Bundesamts für Strassen (ASTRA)

Zur Bildwelt des Magazins (Thema «vernetzt»):
Netzwerke sind Wunderwerke. Sie ergeben als Ganzes mehr als die Summe ihrer Einzelteile und entwickeln erstaunliche Fähigkeiten. Dass ganze Pilz-Netzwerke unter dem Boden miteinander kommunizieren oder auch kleinste Lichtteilchen miteinander verbunden sind, obwohl sie Millionen von Kilometern voneinander getrennt sind – das übersteigt dann unsere Vorstellungskraft. Genau solch überraschende Netzwerke illustriert die Bildreihe in dieser Zentralinfo-Ausgabe.

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