
Zentralinfo 01/2026 «vernetzt»: Vernetzung als Verantwortung für Generationen
Vernetzung ist für ewl energie wasser luzern tägliche Arbeit und Verantwortung. Ein dichtes und stabiles Versorgungsnetz ist zentral für Wirtschaft und Alltag – und braucht Koordination, Vertrauen und gemeinsames Handeln.
Stellen wir uns einen gewöhnlichen Arbeitstag vor – und dann fällt der Strom aus. Produktionsanlagen stehen still, Server verlieren die Verbindung, ganze Systeme fahren herunter. Was für Unternehmen rasch zur Belastungsprobe wird, zeigt vor allem eines: wie abhängig wir von funktionierenden Netzen sind. Bei uns ist Vernetzung tägliche Aufgabe. Mit rund 4’100 Kilometern Netzinfrastruktur vernetzen wir Luzern und die Region – grösstenteils unsichtbar, aber täglich spürbar.
Intelligent vernetzt
Das Stromnetz mit knapp 2’000 Kilometern bildet das grösste Rückgrat. Doch es ist längst nicht das einzige: Wasser-, Gas-, Wärme- sowie ein Glasfasernetz in Luzern und Kriens ergänzen es. In der Wärmeversorgung laufen die Netze von Strom, Wärme und Gas zusammen und werden intelligent vernetzt. Diese sogenannte Netzkonvergenz macht die Versorgung sicherer und flexibler – eine zentrale Voraussetzung für eine starke Wirtschaft.
Infrastruktur mit Weitblick
Was heute ein grosses, abgestimmtes Gesamtsystem ist, begann vor über 150 Jahren mit ersten Leitungen und der Frage: Wie kommt sauberes Wasser zuverlässig in die Luzerner Haushalte? Schon damals ging es nicht nur um Technik, sondern um Verantwortung für die Entwicklung der Stadt als Lebens- und Wirtschaftsraum. Dies verbunden mit einem langfristigen Blick und im Wissen, dass Infrastruktur ein Generationenprojekt ist. Dieses Denken prägt ewl bis heute. Die Anforderungen an die Versorgungsnetze haben sich aber stark verändert.
Neue Anforderungen an die Netze
Dezentrale Stromproduktion, neue Verbrauchsmuster und knapper Raum im städtischen Gebiet erfordern intelligente Lösungen. Gleichzeitig steigen die Erwartungen an Tempo und Zuverlässigkeit. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, braucht es eine andere Art der Vernetzung: ein starkes Netzwerk für Austausch und Koordination mit Behörden, Politik, Kundinnen und Kunden sowie der Bevölkerung. Denn um die Versorgung sicherzustellen und die Zukunft klimaneutral zu gestalten, sind Bauarbeiten und Eingriffe in Lebensräume unumgänglich.
Digitalisierung für mehr Stabilität
Umso wichtiger ist es, Bedürfnisse ernst zu nehmen, einander zu vertrauen und gemeinsam auf möglichst direktem Weg Lösungen zu entwickeln. Als Energieversorgerin stellen wir sicher, dass unsere Netze aufeinander abgestimmt funktionieren und laufend unterhalten sowie vorausschauend weiterentwickelt werden. Intelligente Messsysteme wie Smart Meter helfen, das Stromnetz stabil zu halten und machen es effizienter und transparenter – für ewl ebenso wie für Kundinnen und Kunden. Gleichzeitig gestalten wir die klimaneutrale Zukunft aktiv mit und investieren rund eine Milliarde Franken in die erneuerbare Wärmeversorgung.
Vision für das Fernwärmenetz
Ziel ist es, bestehende Versorgungsgebiete zu verbinden und Netze zusammenwachsen zu lassen. So ist etwa im Rahmen des Autobahnprojekts Bypass eine Leitung durch den Sonnenberg geplant, um Kriens künftig ans Fernwärmenetz Emmen Luzern Rontal anzuschliessen. Grössere Vernetzung bedeutet mehr Stabilität, Effizienz und eine höhere Versorgungssicherheit für die Region.
Vernetzung bedeutet für ewl also weit mehr als Leitungen zu verlegen. Sie heisst: vorausschauend planen, gezielt investieren und Verantwortung übernehmen. Damit Luzern und die Region als starker Wirtschafts- und Lebensraum auch morgen auf eine zuverlässige und zukunftsfähige Energieversorgung zählen können.
Autor/Autorin:
Patrik Rust, CEO ewl energie wasser luzern
Zur Bildwelt des Magazins (Thema «vernetzt»):
Netzwerke sind Wunderwerke. Sie ergeben als Ganzes mehr als die Summe ihrer Einzelteile und entwickeln erstaunliche Fähigkeiten. Dass ganze Pilz-Netzwerke unter dem Boden miteinander kommunizieren oder auch kleinste Lichtteilchen miteinander verbunden sind, obwohl sie Millionen von Kilometern voneinander getrennt sind – das übersteigt dann unsere Vorstellungskraft. Genau solch überraschende Netzwerke illustriert die Bildreihe in dieser Zentralinfo-Ausgabe.


