
Zentralinfo 02/2026 «Ressourcen»: Die Ressource Gesundheit mit neuen Versorgungsmodellen sichern
Demografischer Wandel, Fachkräftemangel und neue Tarifmodelle setzen die Gesundheitsversorgung unter Druck. Als Antwort vernetzt die LUKS Gruppe ihre Spitäler stärker, organisiert Leistungen ambulanter und steigert die Effizienz – damit die Region auch künftig gut versorgt bleibt.
Unsere Region wächst so stark wie kaum eine andere in der Schweiz. Gleichzeitig wird die Bevölkerung älter, während immer weniger Fachkräfte für immer mehr Patientinnen und Patienten eine zugängliche, bezahlbare und qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung sicherstellen sollen. Diese Entwicklung stellt die Gesundheitsbranche vor grundlegende Herausforderungen. Diese zu lösen, ist für die ganze Region zentral: Eine stabile Gesundheitsversorgung beeinflusst den Arbeitsmarkt, die Produktivität und die Attraktivität des gesamten Wirtschaftsraums. Damit Fachkräfte gehalten werden können, sind Unternehmen darauf angewiesen, dass ihre Mitarbeitenden rasch Zugang zu guter medizinischer Versorgung haben.
Die Ressource Gesundheit ist ein kollektives Gut. Sie muss aktiv gestaltet und gesichert werden – im Interesse der Bevölkerung und der gesamten Wirtschaftsregion.
Warum sich das Versorgungssystem neu erfinden muss
Die strukturellen Herausforderungen im Gesundheitswesen verschärfen sich. Gleichzeitig verändern wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen das System grundlegend und erfordern tiefgreifende Veränderungen. In dieser Situation reicht es nicht mehr aus, einzelne Abläufe zu optimieren. Vielmehr muss das Versorgungssystem insgesamt neu gedacht und organisiert werden.
Ein zentraler Ausdruck dieses Neudenkens ist die konsequente Ausrichtung der Versorgung auf ambulante Leistungen. Medizinische Fortschritte ermöglichen heute viele Eingriffe ohne stationären Aufenthalt. Diese sind sicher, können minimalinvasiv durchgeführt werden und erlauben eine schnellere Erholung. Patientinnen und Patienten schätzen die frühere Rückkehr nach Hause, gleichzeitig wird die teure Spitalinfrastruktur weniger belastet. Auch vor dem Hintergrund steigender Krankenkassenprämien fördert der Gesetzgeber die ambulante Versorgung. Diese Entwicklung ist richtig und notwendig.
Allerdings sind viele bestehende Strukturen, Prozesse und Tarifsysteme historisch auf stationäre Leistungen ausgerichtet und bilden die Kosten ambulanter Versorgung nur unzureichend ab. Um den Wandel wirtschaftlich zu bewältigen, müssen Spitäler konsequent vom Bedarf her und zunehmend ambulant gedacht werden. Effiziente Prozesse, funktionierende Schnittstellen und eine darauf abgestimmte Infrastruktur gewinnen dabei entscheidend an Bedeutung. Zentral ist ein Umdenken in der Gesellschaft: Ein Spital bleibt auch dann ein Spital, wenn es einen überwiegend ambulanten Versorgungsauftrag hat.
Ambulante Behandlungen setzen aber auch eine verlässliche Nachsorge voraus. Hausarztpraxen, Spitex, Rehabilitationsangebote, Physiotherapie sowie digitale Angebote wie Telemedizin müssen eng miteinander verzahnt sein, damit Behandlung und Nachsorge nahtlos ineinandergreifen und der Patientenfluss nicht stockt. Eine integrierte Versorgung wird damit zum zentralen Erfolgsfaktor.
Die Zukunft liegt also in vernetzten ambulanten Versorgungsmodellen, die Diagnostik, Eingriff und Nachsorge verbinden. Unverzichtbar bleibt die stationäre Versorgung für schwerkranke, schwerverletzte oder sehr alte Menschen. Insgesamt dürfte sie jedoch zunehmend zur Ausnahme werden.
Unser Weg: früh erkennen, konsequent handeln
Für die LUKS Gruppe bedeutet diese Entwicklung tiefgreifende Veränderungen. Mit dem Zentrumsspital in Luzern, den Regionalspitälern in Stans, Sursee und Wolhusen sowie als universitäres Lehr- und Forschungsspital tragen wir Verantwortung für die Gesundheitsversorgung in der ganzen Zentralschweiz. Wir müssen Entwicklungen frühzeitig erkennen, antizipieren und strategisch gestalten. Unser medizinisches Angebot und unsere Infrastruktur richten wir konsequent am Bedarf aus und vernetzen sie standortübergreifend und darüber hinaus.
Um auch künftig eine verlässliche und bezahlbare Gesundheitsversorgung sicherzustellen, braucht es Mut zur Veränderung und den Willen, Verantwortung zu übernehmen. Die Ressource Gesundheit ist ein kollektives Gut. Sie muss aktiv gestaltet und gesichert werden – im Interesse der Bevölkerung und der gesamten Wirtschaftsregion.
Autor/Autorin:
Florian Aschbrenner, CEO/ Vorsitzender der Geschäftsleitung LUKS Gruppe
Zur Bildwelt des Magazins (Thema «Ressource»):
Die unendliche Vielfalt der Natur – Inspiration und Nahrungsquelle, vermeintlich grenzenlose Ressource, hier versiegt, dort wiedererwacht – und in berühmten Songzeilen auf der ganzen Welt besungen und verehrt – ein paar Beispiele finden Sie auf den Bildseiten dieser Ausgabe des Zentralinfo.

