
Zentralinfo 04/2025 «Vorbilder»: Mit dem PiBS den MINT-Nachwuchs sichern
Das praxisintegrierte Bachelorstudium (PiBS) eröffnet neue Chancen für Bildung und Wirtschaft und ermöglicht Unternehmen in der Zentralschweiz, aktiv gegen den Fachkräftemangel anzutreten.
Ein Ausbildungsmodell mit Zukunft
Digitalisierung, demografischer Wandel und Fachkräftemangel stellen Unternehmen zunehmend vor Herausforderungen. Besonders gefragt sind junge Talente, die akademisches Wissen mit praktischer Erfahrung verbinden können. Genau hier setzt das PiBS-Modell der Hochschule Luzern an. Es kombiniert ein reguläres Bachelorstudium mit einer praxisnahen Ausbildung in einem Partnerunternehmen und schafft damit einen neuen Bildungsweg, der Theorie und Praxis von Anfang an eng verknüpft.
40 % im Unternehmen, 60 % an der HSLU – Praxis und Theorie von Anfang an eng verknüpft
Das Programm richtet sich an Gymnasialmaturand:innen und solche mit fachfremder Berufsmatura, die ein praxisorientiertes MINT-Studium anstreben. Diese mussten bisher immer ein Jahr Praktikum absolvieren, bevor sie mit dem Studium an einer Hochschule beginnen konnten. Dank PiBS fällt das weg: PiBS-Studierende starten nahtlos nach dem Gymnasium mit Studium und Praxis. Sie verbringen rund 40 Prozent im Unternehmen und wenden das theoretische Wissen direkt im Berufsalltag an. Diese enge Verzahnung zwischen Theorie und Praxis fördert nicht nur das Verständnis für reale Zusammenhänge, sondern beschleunigt auch den Einstieg in die Arbeitswelt. Dank ihrer mehrjährigen Praxiserfahrung sind die PiBS-Absolventinnen und -Absolventen auf dem Arbeitsmarkt besonders gefragt und leisten einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung in der Zentralschweiz.
Der Mehrwert für Unternehmen
Für Unternehmen ist PiBS weit mehr als ein Ausbildungsmodell. Es bietet direkten Zugang zu motivierten Nachwuchstalenten, die über mehrere Jahre hinweg in das Unternehmen hineinwachsen. Diese langfristige Zusammenarbeit schafft Vertrauen, stärkt die Bindung und reduziert die Rekrutierungskosten. Gleichzeitig können Unternehmen ihre Fachkräfte gezielt aufbauen, eigene Innovationsprojekte einbinden und vom Wissenstransfer zwischen Hochschule und Praxis profitieren. Besonders in technologieorientierten Branchen wie IT, Ingenieurwesen oder Maschinenbau erweist sich PiBS als strategische Investition in die Zukunft.
Stephan Roth, Co-Geschäftsleiter von Plan-E und PiBS-Partner, betont: «Das PiBS erlaubt uns, Studierende über mehrere Jahre gezielt aufzubauen. Sie übernehmen schrittweise mehr Verantwortung und bringen wertvolles Wissen aus dem Studium in unsere Projekte ein. Diese nachhaltige Entwicklung ist deutlich wirksamer als kurzfristige Praktika.»
Auch Matthias Widmer, Head of Technology Innovation Thermoplan AG und PiBS-Partner, sieht klare Vorteile im PiBS: «Wir können Fachkräfte in der Region halten, neue Talente aufbauen und den Standort Zentralschweiz fördern. Das sichert uns den dringend benötigten Nachwuchs.»
Bildung mit Vorbildcharakter
Das PiBS-Modell zeigt, wie Hochschule und Wirtschaft gemeinsam neue Wege gehen können. Es verbindet Leistungsorientierung mit Praxisnähe und macht Unternehmen zu aktiven Mitgestaltern der nächsten Generation von Fachkräften. Wer frühzeitig auf PiBS setzt, positioniert sich als attraktiver Arbeitgeber und innovativer Partner im Bildungs- und Wirtschaftsraum Zentralschweiz.
Möchten Sie mehr über PiBS erfahren und selbst von jungen Talenten im Betrieb während vier Jahren profitieren? Mehr Informationen unter hslu.ch/pibs oder direkt bei Lea Wick, lea.wick[at]hslu.ch.
Autor/Autorin:
Lea Wick, Programmleiterin PiBS, Technik & Architektur, Hochschule Luzern
Zur Bildwelt des Magazins (Thema «Vorbilder»):
Nachahmung oder Imitation ist eine Fähigkeit. Auch in der wissenschaftlichen Forschung nimmt man gerne die Natur und Tierwelt zum Vorbild und versucht sie für den eigenen Nutzen und Fortschritt nachzuahmen – mit mehr oder weniger Erfolg. «Bionik» nennt sich eine dieser neueren Disziplinen, welche die Funktionsweisen der Natur auf künstlich hergestellte Materialien überträgt. Diese und einige andere überraschende Vorbilder aus der Natur und Tierwelt zeigt die Bildreihe in dieser Ausgabe des Zentralinfo.


