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Freihandelsabkommen: Drei Fragen an unseren Exportleiter Markus Wermelinger

Am 7. März 2021 stimmt die Schweizer Bevölkerung darüber ab, ob das bereits fertig ausgehandelte Freihandelsabkommen (FHA) zwischen der Schweiz und Indonesien in Kraft treten soll. Die IHZ ist Leiterin des Zentralschweizer Ja-Komitees. Zum Kampagnenstart beantwortet unser Exportleiter Markus Wermelinger drei grundlegende Fragen zum Thema Freihandelsabkommen.

Was ist eigentlich ein Freihandelsabkommen?
Ein Freihandelsabkommen ist ein völkerrechtlicher Vertrag. Er ermöglicht einen weitgehend freien und zollbefreiten Handel zwischen den Vertragsstaaten bzw. Staatengruppen. Dabei geht es nicht nur um den Abbau von Zöllen. Auch nichttarifäre Handelshemmnisse wie Vorschriften, Importkontingente und Zollformalitäten werden abgebaut. Der Schutz des geistigen Eigentums wird gestärkt und der Handel mit Dienstleistungen erleichtert. Ein wichtiger Bestandteil der Freihandelsabkommen sind auch gegenseitige Zugeständnisse bezüglich Nachhaltigkeit, Produktionsstandards und Menschenrechten.

 

Weshalb sind Freihandelsabkommen wichtig für die Schweiz und wie viele gibt es bereits?
Die stete Verbesserung des Zugangs zu ausländischen Märkten ist ein Ziel der Schweizerischen Aussenwirtschaftspolitik. Freihandelsabkommen fördern das Wachstum, die Wertschöpfung und die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Schweiz. Zudem leisten sie einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung. Dank den FHA wird den Schweizer Exporteuren ein verbesserter und rechtlich abgesicherter Zugang zu wichtigen Absatzmärkten ermöglicht. Inklusive des top aktuellen Handelsabkommens der Schweiz mit UK sind zurzeit 33 FHA in Kraft und 3 sind unterzeichnet. Zu beachten ist, dass ein Freihandelsabkommen mit einer Staatengruppe, z. B. mit der EU oder mit den GCC-Golfstaaten, als jeweils 1 Abkommen gilt.


Weshalb ist ein Freihandelsabkommen mit Indonesien wichtig für die Schweiz und wer profitiert?
Mit jedem neuen Abkommen wird die Wettbewerbsposition der Schweizer Wirtschaft gestärkt. Indonesien, mit seinen 270 Mio. Einwohnern der viertbevölkerungsreichste Staat der Welt, ist ein aufstrebender asiatischer Zukunftsmarkt mit entsprechendem Potential für die Schweizer Wirtschaft. Nicht zu vergessen der Wettbewerbsvorteil gegenüber der EU, welche noch über kein solches Abkommen verfügt. Nebst den wirtschaftlichen Komponenten ist das Abkommen für die Schweiz besonders wichtig, weil es wegweisend ist für zukünftige, fortschrittliche, faire und nachhaltige Freihandelsabkommen. So wurden in Bezug auf Produktionsstandards (etwa im Bereich Palmöl) Fortschritte erzielt, von denen auch Indonesien in seiner Nachhaltigkeitsentwicklung profitieren wird.

 

Auskünfte erhalten Sie bei unserem Exportteam (info@STOP-SPAM.ihz.ch, 041 410 68 65).