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Handelsabkommen EU-UK: Die Schweiz muss dringend nachverhandeln!

Die Freude über das Freihandelsabkommen der EU mit UK hält sich bei Schweizer Unternehmen in Grenzen. Im Gegenteil, die Situation hat sich für unsere Exporteure sogar verschlechtert.

Das Schweizer Abkommen mit UK tritt zwar ab 1. Januar 2021 auch in Kraft, ist jedoch mit dem EU-UK Abkommen nicht kompatibel. Die Listenregeln sind nicht deckungsgleich, dies bedeutet, dass Ursprungsware innerhalb EU-UK-CH nicht mehr beliebig zollfrei zirkulieren kann (keine diagonale Kumulation möglich). Zudem hat das Abkommen EU-UK neuere, liberalere und einfachere Listenregeln, während dem das Abkommen CH-UK an den alten, längst revisionsbedürftigen PEM-Listenregeln festhält. Für einen EU-Produzenten ist es somit viel einfacher, bei einer Lieferung in das UK den präferenziellen, zollfeien Status zu erreichen als für ein Schweizer Unternehmen. Ein weiterer gewichtiger Nachteil, hier muss dringend nachverhandelt werden. Auch nicht zu vergessen ist die Schweizer Zulieferindustrie, welche in die EU liefert: Welchen Anreiz hat ein EU Produzent, der Produkte nach UK liefert, Vormaterialien oder Handelswaren in der Schweiz zu beziehen, wenn diese im UK als nichtpräferenzielle Drittlandwaren gelten? Ein hoher Anteil von Schweizer Vormaterialien in seinem Produkt kann dem EU Produzenten den präferenziellen Status bei einer Lieferung nach UK gefährden. Folge: der EU Produzent bezieht seine Vormaterialien innerhalb der EU.

 

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