Rückblick: IHZ-Wirtschaftslunch «Drei Säulen für die Ewigkeit?»

Melanie Häner vom IWP berichtete über die Geschichte und die Zukunft der Schweizer Altersvorsorge.

Adrian Derungs begrüsste im KKL Luzern die rund 80 Teilnehmenden zum IHZ-Wirtschaftslunch. Im Vorfeld der Abstimmung vom 3. März 2024 über zwei Vorlagen zur Altersvorsorge stand die Geschichte und die Zukunft der drei Säulen im Mittelpunkt des Anlasses.

 

Melanie Häner, Bereichsleiterin Sozialpolitik und Bildungsverantwortliche am Institut für Schweizer Wirtschaftspolitik (IWP) an der Universität Luzern, warf im ersten Teil einen Blick zurück auf die Entstehung der drei Säulen. Anschliessend informierte sie über die aktuellen Herausforderungen durch die alternde Gesellschaft und die Veränderungen im Arbeitsmarkt. Als Lösungsansätze für die Altersvorsorge gibt es drei grundlegende Stellschrauben: die Rentenaltererhöhung, die Ausgabenkürzung oder die Einnahmenerhöhung.

 

Im Hinblick auf die Abstimmung vom 3. März 2024 führte Melanie Häner die Inhalte der Renteninitiative und der Initiative für eine 13. AHV-Rente aus. Sie blickt zudem auch auf die BVG-Reform 21, worüber das Stimmvolk später im Jahr 2024 befinden wird. Primär ist es wichtig, dass wir zum diversifizierten Drei-Säulen-Modell Sorge Tragen und die Finanzierungsarten und Ziele der einzelnen Säulen nicht vermischen. 

Als mögliche Ideen für eine Sicherung der Zukunft der Altersvorsorge stellte Melanie Häner das Konzept der Lebensarbeitszeit vor. Dabei sind Beitragsjahre und nicht das Rentenalter massgebend. Dies würde die finanzielle Situation der AHV aber nicht verbessern und es gäbe bei der Umsetzung einige Herausforderungen bei der Definition der Begrifflichkeiten und der administrativen Umsetzung. Als weitere Idee erklärte sie die AHV-Schuldenbremse. Dabei würde eine nachhaltige Finanzierung der AHV durch ein Steuerungsmechanismus gesichert.

 

Ihr Fazit fasst Melanie Häner wie folgt zusammen:

  • Alternde Gesellschaft und Wandel im Arbeitsmarkt als grosse Herausforderungen
  • Schweizer Vorsorge gut diversifiziert: Das Drei-Säulen-Modell bewährt sich; eine Vermischung der ersten und zweiten Säule sollte unterbunden werden
  • Rentenalteranpassung unumgänglich
  • Es braucht eine gewisse Automatisierung und Entkoppelung von der Politik

Die Fragerunde nach dem Referate sowie die Diskussionen beim Stehlunch zeigten, dass das Thema mannigfaltig und komplex ist, aber alle davon betroffen sind. Die Expertise von Melanie Häner war deshalb sehr gefragt.