

Wirtschaftscockpit Zentralschweiz
Das Wirtschaftscockpit Zentralschweiz fasst die wichtigsten ökonomischen Kennzahlen der Wirtschaftsregion Zentralschweiz zusammen. Das Wirtschaftscockpit beinhaltet Konjunkturanalysen, die wichtigsten ökonomischen Kennzahlen sowie themenspezifische Spezialanalysen. Die Sammlung der Daten gibt Aufschluss über die Geschäftslage der Zentralschweizer Unternehmen, misst den ökonomischen Erfolg der Region und zeigt auf, was die Zentralschweizer Wirtschaft von anderen Regionen unterscheidet.


(jeweils Anfang Mai, August, November, Februar, Letzte Aktualisierung: Oktober 2025)
Mit Daten des KOF Instituts wird die Zentralschweizer Wirtschaft vierteljährlich auf Branchenebene analysiert. Einerseits analysieren wir die gegenwärtige Geschäftslage, andererseits prognostizieren wir mithilfe von Frühindikatoren die Entwicklungen der nächsten Monate.

(jeweils Anfang Juni und Dezember, letzte Aktualisierung: Dezember 2025)
Die Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz IHZ führt in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsdachorganisation economiesuisse halbjährlich eine Konjunkturumfrage direkt bei den Mitgliedunternehmen durch. Im Vordergrund stehen die Sorgen der Zentralschweizer Unternehmen und die Einschätzung zu aktuellen Themen.

(jeweils Anfang Januar, letzte Aktualisierung: Januar 2026)
Die Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz IHZ führt jeweils zu Beginn des Jahres Gespräche mit Ihren Vorstandsmitgliedern, den Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer der grössten Zentralschweizer Unternehmen. Dabei werden strukturierte Fragen zur Geschäftslage des vergangenen sowie zu den Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr diskutiert. Gezielte Fragen zu aktuellen Herausforderungen wie Aussenhandel, Fachkräftemangel, Lehrlingswesen sowie praktische Erfahrungen mit den gesetzlichen Rahmenbedingungen erlauben es, allgemeine Problemfelder der Zentralschweizer Wirtschaft zu eruieren und Lösungsansätze zu bieten.



Arbeitslosenquote
Die Arbeitslosenquote liegt in der Zentralschweiz strukturell tiefer als in der Gesamtschweiz. Insbesondere in den kleinen Kantonen Uri, Schwyz, Obwalden und Nidwalden ist der Unterschied gross. Nach praktischer Vollbeschäftigung in den Jahren 2022 und 2023 hat die Arbeitslosenquote jüngst wieder leicht angezogen. Dennoch ist sie in der der Zentralschweiz im langfristigen Vergleich nach wie vor sehr tief.
Lohnniveau
Der nominale monatliche Bruttomedianlohn im privaten Sektor in der Zentralschweiz bewegt sich seit 2010 praktisch gleich wie der gesamtschweizerische Durschnitt. Nur im Jahr 2016 lag er in der Zentralschweiz rund hundert Franken höher. Der Bruttomedianlohn wuchs in der Zenralschweiz wie auch auf gesamtschweizerischen Niveau zwischen 2010 und 2020 um 8,5 Prozent. Im Vergleich mit den Nachbarregionen liegt der Medianbruttolohn 2020 nur im Kanton Zürich höher. Im Kanton Tessin ist der Bruttomedianlohn rund 1200 Franken, im Espace Mittelland rund 200 Franken tiefer als in der Zentralschweiz.
Vollzeitäquivalente pro 1'000 Einwohner in der Zentralschweiz
Das Verhältnis der Anzahl Vollzeitäquivalente pro 1000 Einwohner im öffentlichen und privaten Sektor veränderte sich über den Zeitraum 2011 – 2021 in der Zentralschweiz nicht signifikant. Der private Sektor steigt über den gesamten Zeitraum leicht, während der öffentliche Sektor eine sinkende Tendenz aufweist. Im Jahr 2021 erreichte das Verhältnis sein Maximum, da das Arbeitsvolumen nach dem 1. Corona Jahr 2020 im öffentlichen Sektor wieder anstieg, während die Stundenanzahl des privaten Sektors im Vergleich zum Vorjahr verkleinert wurde.
Vollzeitäquivalente nach Unternehmensgrössen
Mehr als ein Viertel der Zentralschweizerinnen und Zentralschweizer arbeiten in einem Unternehmen mit weniger als 10 Personen. Dieser Anteil ist deutlich grösser als auf nationaler Ebene. Besonders auffällig ist der Kanton Schwyz, wo fast ein Drittel der Personen in Mikrounternehmen arbeitet. Luzern weist mit 32,32% den höchsten Anteil an Vollzeitäquivalenten in Grossunternehmen auf. Auch im Kanton Zug sind Grossunternehmen anteilsmässig die grössten Arbeitgeber verglichen mit den anderen Grössenklassen.
Unternehmensgrösse
Die vorliegende Grafik zeigt den Anteil der Unternehmen nach Sitzkanton und Grössenklasse. In den Zentralschweizer Kantonen liegt der Anteil von Mikrounternehmen zwischen 88 und 91 Prozent. 64'000 der 72'000 Unternehmen in der Zentralschweiz haben weniger als 10 Mitarbeitende. Hingegen sind Grossunternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten mit einem Anteil von 0,24 Prozent in der Zentralschweiz selten. Die meisten Grossunternehmen der Zentralschweiz haben ihren Sitz im Kanton Luzern mit 82 der insgesamt 176 Grossunternehmen in der Region, gefolgt vom Kanton Zug mit 55 Grossunternehmen. Der kleinste Anteil an Grossunternehmen weist der Kanton Schwyz mit einem Wert von 0,13 Prozent auf.
Exporte nach Kantone und Grossregion
Die Zentralschweiz trug 2024 mit einem Wert von rund 21 Milliarden Franken knapp 7 Prozent zu den Gesamtexporten der Schweiz bei. Verglichen mit dem Wertschöpfungsanteil der Region gemessen am Bruttoinlandprodukt von 10 Prozent im Jahr 2022 ist die Zentralschweiz leicht weniger exportorientiert als der Durchschnitt der Grossregionen. Innerhalb der Zentralschweiz machen Exporte aus dem Kanton Zug mit 11,5 Milliarden Franken mehr als die Hälfte der regionalen Ausfuhren aus. Die Luzerner Wirtschaft trägt mit knapp 5 Milliarden Franken einen Viertel bei und somit leicht mehr als die Kantone Schwyz (CHF 1,7 Mrd.), Nidwalden (CHF 1,3 Mrd.), Obwalden (CHF 0,9 Mrd.) und Uri (CHF 0,5 Mrd.) zusammen.

Exportwachstum nach Grossregionen
Der Gesamtwert der Exporte aus der Zentralschweiz ist zwischen 2016 und 2024 um 12 Prozent gewachsen. Diese Wachstumsrate gehört im Vergleich zu anderen Schweizer Regionen zu den schwächeren. Nur das Tessin verzeichnet ein noch geringeres Exportwachstum - 2024 wurden weniger Waren aus dem Tessin exportiert als 2016. Die Grossregion Nordwestschweiz weist mit einem stetigen jährlichen Wachstum die höchste Wachstumsrate auf. Sie ist auch die einzige Region, deren Exporte seit 2022 nicht gesunken sind. Innerhalb der Zentralschweiz führt Nidwalden mit 38% Wachstum, gefolgt von Schwyz (17%) und Luzern (14%). Deutlich schwächer entwickelten sich Uri (3%) und Obwalden (4%).
Zentralschweizer Exporte nach Zielregion
Europa ist der mit Abstand grösste Handelspartner der Zentralschweizer Wirtschaft. Bei 61 Prozent der Exporte liegt das Zielland in Europa. Diese Zahl ist höher verglichen mit dem gesamtschweizerischen Durchschnitt von 56 Prozent. In den Zentralschweizer Kantonen existieren aber grosse Unterschiede. Beispielsweise ist Uri äusserst europaorientiert. Neun von zehn im Ausland verdienten Franken stammen aus einem europäischen Land. Aber auch die Kantone Luzern (69%) und Obwalden (65%) sind überdurchschnittlich europaorientiert. Anteilsmässig den geringsten Absatz in Europa erwirtschaften Nidwaldner Unternehmen mit 34 Prozent. In Nidwalden spielen jedoch die wertmässig gewichtigen Exporte einzelner Unternehmen eine entscheidende Rolle. Klar überdurchschnittlich sind aber auch die Exporte aus dem Kanton Schwyz nach Asien. Schwyzer Unternehmen exportierten 2024 anteilsmässig mit 39 Prozent fast doppelt so viel in den asiatischen Raum als der Rest der Schweiz.
Zentralschweizer Importe nach Herkunftsregion
In die Zentralschweiz wurden 2024 Waren im Gesamtwert von rund 26 Milliarden Franken importiert. Damit importiert die Region etwas mehr als sie exportiert. Wertmässig am meisten Waren importiert die Zentralschweiz aus Europa mit 73 Prozent, gefolgt von Nord- und Südamerika sowie Asien mit je 12 Prozent. Am auffälligsten ist der Kanton Nidwalden; lediglich 47 Prozent der Exporte kommen aus einem europäischen Land, während 38 Prozent der Importe ein Ursprungsland in den Amerikas haben. Ebenfalls auffällig ist der Kanton Uri mit einem signifikant grösseren Anteil an Importen aus europäischen Ländern (89 %) als die anderen Zentralschweizer Kantone sowie der schweizerische Durchschnitt.
TOP 3 Exportdestinationen
Deutschland ist der wichtigste Absatzmarkt für alle Zentralschweizer Kantone ausser Nidwalden. Besonders wichtig ist der der nördliche Nachbar für Unternehmen im Kanton Uri. Mehr als die Hälfte der Urner Exportumsätze werden im deutschen Markt erzielt. Aber auch Luzern und Obwalden weisen mit 33 Prozent respektive 32 Prozent eine grosse Abhängigkeit von Deutschland auf. Unternehmen im Kanton Nidwalden handeln am meisten mit den USA. 47 Prozent der Exporte verlassen Nidwalden in Richtung Vereinigte Staaten. Deutschland landet in Nidwalden auf Platz zwei. Im Kanton Schwyz landen mit China und Südkorea zwei asiatische Länder auf den Plätzen zwei und drei. Der Kanton Uri ist der einzige Zentralschweizer Kanton, bei dem sich keine aussereuropäischen Länder auf dem Podest befinden. Besonders international ist die Obwaldner Wirtschaft. Mit Deutschland, USA und China liegen die Top 3 Exportpartner auf drei verschiedenen Kontinenten.
Meistexportierte Warengruppen
Die Zentralschweizer Kantone sind in Bezug auf ihre Exportwirtschaft stark diversifiziert. Die meistexportierte Warengruppe unterscheidet sich von Kanton zu Kanton. Den höchsten Anteil der meistexportierten Warengruppe an den Gesamtexporten weist der Kanton Nidwalden auf. Bei wertmässig 84,8 Prozent der Exporte handelt es sich um die Warengruppe sonstige Fahrzeuge, die auch Flugzeuge beinhaltet. Ebenfalls einen grossen Anteil weisen pharmazeutische Erzeugnisse im Kanton Zug mit 65,8 Prozent auf. Luzerner Unternehmen exportieren am meisten Maschinen, Urner Unternehmen Metallerzeugnisse. Im Kanton Schwyz belegen chemische Erzeugnisse den ersten Platz.
Exportquote
Im Kanton Zug entspricht der Wert der Exporte leicht mehr als die Hälfte der Wirtschaftsleistung. Damit weist Zug die höchste Exportquote der Zentralschweiz auf. Ebenfalls hohe Werte weisen die Kantone Obwalden (39%) und Nidwalden (38%) auf. Im Kanton Luzern machen Exporte mit 16 Prozent einen relativ kleinen Teil der Wirtschaftsleistung aus. Die Exportquote für gesamte Region Zentralschweiz liegt bei 30 Prozent. Der Anteil der Exporte an der Wirtschaftsleistung ist schweizweit mit 35 Prozent deutlich höher.
Saldo Aussenhandel
Die Zentralschweiz importiert mehr Waren als regionale Unternehmen exportieren. Der Unterschied beträgt rund 5 Milliarden Franken oder 11 Prozent im Verhältnis zum Gesamthandel. Lediglich die Kantone Obwalden und Uri weisen einen Aussenhandelsüberschuss auf. Der Aussenhandelsüberschuss im Kanton Obwalden beträgt mit über 450 Millionen Franken äusserst hohe 34 Prozent im Verhältnis zum Gesamthandel. Das Aussenhandelsdefizit ist in den Kantonen Zug (15% des Gesamthandels) am grössten.
Bildungsausgaben
In der Zentralschweiz liegen die Bildungsausgaben pro erwachsene Person im Kanton Zug mit über 4600 Franken deutlich höher als im Rest der Region. Diese Zahl ist im Zeitraum von 2011 bis 2022 im Vergleich mit den anderen Kantonen auch am stärksten Angestiegen (+8,8%). Etwas schwächer gewachsen sind die Bildungsausgaben pro Kopf in den Kantonen Luzern (+6,3%), Schwyz (+4 %) und Kanton Uri (+6,3%). Der Kanton Obwalden verzeichnete im gleichen Zeitraum einen Rückgang von 13,5 Prozent. In Prozent der öffentlichen Gesamtausgaben liegt der Anteil im Kanton Luzern mit 30,8 Prozent am höchsten, im Kanton Uri mit 22,2 Prozent am tiefsten.
Anteil Lernende in beruflicher Grundbildung
Berufslehren sind in der Zentralschweiz eine beliebte Grundausbildung. Den grössten Anteil von Lernenden in beruflicher Grundbildung am Total der Lernenden in der Sekundarstufe II weisen Uri und Obwalden auf, die schweizweit auf den Plätzen drei und vier liegen. Dort absolvierten im Schuljahr 2023/2024 77 Prozent respektive 76 Prozent eine Lehre. Der schweizerische Durchschnitt beträgt 62 Prozent. Der einzige Zentralschweizer Kanton mit einem Anteil, der unter dem schweizweiten Durchschnitt liegt, ist der Kanton Zug mit 59 Prozent.
Anteil Lernende in allgemeinbildender Ausbildung
Im interkantonalen Vergleich ist der Anteil der Gymnasiastinnen und Fachmittelschüler an allen Personen in der Sekundarstufe II in der Zentralschweiz sehr tief. Ausser im Kanton Zug (29%) liegt die Quote deutlich unter dem schweizweiten Durchschnitt von 26 Prozent. Der tiefste der Wert der Schweiz weist der Kanton Obwalden auf. Im Schuljahr 2023/2024 besuchten 12 Prozent der Jugendlichen in der Sekundarstufe II eine allgemeinbildende Ausbildung.
Gymnasiale Maturitätsquote
Ausser im Kanton Zug lag die gymnasiale Maturitätsquote im Jahr 2022 in der Zentralschweiz deutlich unter dem schweizerischen Durchschnitt. Während diese Quote schweizweit zwischen 2015 und 2022 von 20,8 Prozent auf 22,9 Prozent stieg, fiel sie im Kanton Luzern gar von 19,5 Prozent auf 18,9 Prozent. Der Kanton Zug weist mit 24,4 Prozent den höchsten Wert in der Zentralschweiz auf. Im Kanton Uri liegt Wert mit 14,4 Prozent am tiefsten. Die gymnasiale Maturitätsquote stieg im Kanton Nidwalden zwischen 2015 und 2022 fast zwanzig Prozent. Im Kanton Obwalden verzeichnete die Maturitätsquote insbesondere zwischen 2017 und 2020 stetiges Wachstum, kam in den Jahren 2021 und 2022 mit 17,7 bzw. 18,2 Prozent aber tiefer zu liegen als im Jahr 2020.
Berufsmaturitätsquote
Trotz der Beliebtheit der Berufslehre in der Zentralschweiz, liegt die regionale Berufsmaturitätsquote unter dem Schweizer Durchschnitt. Lediglich in den Kantonen Zug (19,7%) und Nidwalden (17,5%) liegt der Anteil der Jugendlichen, die ein Berufsmaturitätsdiplom zuhause haben höher als im schweizweiten Vergleich (16,0%). Im Kanton Obwalden hat sich die Quote zwischen 2017 und 2022 um fast 30 Prozent erhöht. Die Obwaldner Berufsmaturitätsquote lag im Jahr 2022 somit gerade mal 0,1 Prozentpunkte unter dem Schweizer Schnitt. Die Berufsmaturitätsquoten in den Kantonen Luzern (14,3%), Schwyz (12,9%) und Uri (12,0%) kommen deutlich tiefer zu liegen. In den Kantonen Schwyz und Uri liegt die Quote im Jahr 2022 tiefer als noch im Jahr 2015.
Zentralschweizer Wirtschaft nach Sektoren
Die Zentralschweiz weist einen deutlich höheren Anteil an Beschäftigten im zweiten Sektor auf als der schweizerische Durschnitt. Das heisst, dass in dieser Region viel mehr Personen in der Industrie, dem produzierenden Gewerbe sowie im Hoch- und Tiefbau arbeiten. In der Zentralschweiz ist dieser Sektor 1,8 Prozentpunkte oder signifikante neun Prozent höher als auf Bundesebene. Beachtlich ist dieser Anteil insbesondere im Kanton Obwalden, wo fast jede dritte Person in einem Betrieb im sekundären Sektor arbeitet. Auch der Anteil des primären Sektors, also der Land- und Forstwirtschaft sowie der Fischerei, ist im Kanton Obwalden und im Kanton Uri mit 7.3% mehr als doppelt so hoch wie der gesamtschweizerische Durchschnitt. Nur im Kanton Zug ist der Anteil im Dienstleistungssektor (tertiärer Sektor) höher als auf nationaler Ebene.
Beschäftigungsanteil der Sektoren über die Zeit
Im Jahr 2011 arbeiteten in der Zentralschweiz von hundert Personen 5 im primären Sektor, 25 im sekundären Sektor und 70 im tertiären Sektor. Bis im Jahr 2021 ist die beobachtete Veränderung der Beschäftigungsanteile relativ klein. In den zehn Jahren haben aus der hypothetischen Gruppe der hundert durchschnittlichen Zentralschweizerinnen und Zentralschweizer 3 Personen aus der Landwirtschaft und dem Industriesektor in den Dienstleistungssektor gewechselt. Die Beschäftigung im primären Sektor ist damit in der Zeitspanne um 20 Prozent gefallen, im sekundären Sektor um 8.6 Prozent.
Bruttowertschöpfung nach Wirtschaftsabschnitten
Die Grafik zeigt die Bruttowertschöpfung nach Wirtschaftsabschnitten in den Zentralschweizer Kantonen auf, sowie die Durchschnitte in der Zentralschweiz und der Schweiz im Jahr 2021. Der Kanton Zug weist einen vergleichsweisen sehr hohen Anteil in „Handel, Verkehr/Lagerei, Gastgewerbe, Information/Kommunikation“ auf, hat dafür aber einen kleineren Anteil in „Bergbau, Herstellung von Waren, Baugewerbe“ als die übrigen Kantone und liegt somit als einziger Kanton unter dem Schweizer Durchschnitt.
Der Kanton Obwalden hat den vergleichsweise grössten Anteil im Wirtschaftsabschnitt „Land-/Forstwirtschaft, Fischerei“.
Im Wirtschaftsabschnitt „Finanz-/ Versicherungsdienstleistungen“ liegen alle Zentralschweizer Kantone unter dem gesamtschweizerischen Durchschnitt von 9.3.
Bruttowertschöpfung Bergbau, Herstellung von Waren und Baugewerbe
Die Grafik zeigt die prozentualen Werte der Bruttowertschöpfung von Bergbau, Herstellung von Waren und Baugewebe in den Kantonen der Zentralschweiz auf. Zug liegt seit 2009 konstant unter 25% und weist somit den tiefsten Wert auf. Im Jahr 2020 fällt der prozentuale Wert der Bruttowertschöpfung sogar kurzfristig unter 20%. Ansonsten sind die Werte der Kantone relativ stabil. Nur der Kanton Nidwalden weist relativ starke Schwankungen auf und überholt im Jahr 2015 sogar leicht den Kanton Obwalden, welcher in allen anderen Jahren die höchste prozentuale Bruttowertschöpfung aufweist. Jedoch ist der Kanton Obwalden der einzige Kanton, in welchem der prozentuale Wert 2021 im Vergleich zum Vorjahr abnahm.
Beschäftigte nach Wirtschaftsabteilung
Zentralschweizer Unternehmen beschäftigten 2022 rund 423'000 Vollzeitäquivalente. 71 Prozent davon entfielen auf den Dienstleistungssektor, 25 Prozent auf den verarbeitenden Sektor. Allgemein weisen der primäre und sekundäre Sektor in der Zentralschweiz mehr Beschäftigte auf als der Schweizer Durchschnitt, die Beschäftigung im Dienstleistungssektor ist folglich tiefer. Insbesondere die Metallbranche Metallbranche (2,1% gegenüber 0,6%), der sonstige Fahrzeugbau (0,7% ggü. 0,3%), der Bereich Reparatur und Installation von Maschinen und Ausrüstungen (0,6% ggü. 0,3%) und der Grosshandel (9,7% ggü. 6,6%) sind in der Zentralschweiz überdurchschnittlich beschäftigungsstark. Auch im Bausektor sind mit 9,1% der Angestellten mehr Personen beschäftigt als im nationalen Schnitt. In der Chemie- und Pharmabranche (je 0,5% gegenüber 0,7% bzw. 1,1%) und in der öffentlichen Verwaltung (2,9% ggü. 4%) arbeiten deutlich weniger, im Transport und im Detailhandel leicht weniger Personen als im schweizweiten Schnitt.
Patentanmeldungen
Im Verhältnis zur Einwohnerzahl melden Zentralschweizer Unternehmen leicht weniger Patente an als der schweizweite Durchschnitt. Das Verhältnis ist in der Zentralschweiz zwischen 2012 und 2022 mit 32 Prozent signifikant stärker angestiegen als der gesamtschweizerische Durchschnitt mit 16 Prozent. Im Jahr 2022 wurden in der Schweiz 3,3 Patente pro 10'000 Einwohnerinnen und Einwohnern angemeldet, in der Zentralschweiz betrug die Zahl 2,8. Haupttreiber war der Kanton Zug. Das bereits 2012 überdurchschnittliche Verhältnis konnte bis 2022 fast verdoppelt werden und beträgt mittlerweile 7,6 Patentanmeldungen pro 10'000 Einwohner. Mit total 100 Patentanmeldungen beziehungsweise 9,6 Patentanmeldungen pro 10'000 Einwohner verzeichnete der Kanton Zug 2021 ein Rekordjahr. Im Kanton Uri wurden 2022 9 Patente angemeldet, im Verhältnis zur Einwohnerzahl 2,4 Patentanmeldungen pro 10'000 Einwohner entspricht. In den zehn vorherigen Jahren erreichte dieser Wert maximal 1,2. Bei der Interpretation der Daten ist jedoch Vorsicht geboten. Bei Unternehmen mit Standorten in verschiedenen Kantonen und Ländern hat der Ort der Patentanmeldung teilweise lediglich steuertechnische Gründe. Es heisst nicht zwingend, dass die Innovation in jeweiligen Kanton stattgefunden hat oder erarbeitet wurde.
Intramuros F&E-Aufwendungen Zentralschweiz
Im Jahr 2023 hat die Privatwirtschaft in der Zentralschweiz 1,8 Milliarden Franken für Forschung und Entwicklung (F&E) aufgewendet. Mit 835 Millionen Franken entfiel fast die Hälfte der F&E-Aufwendungen auf den Technolgiesektor, der Hochtechnologieinstrumente wie elektrische Ausrüstungen und Geräte und Sensorik wie auch den Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie umfasst. Mit rund 800 Millionen Franken folgt der Bereich andere Wirtschaftszweige mit der Nahrungsmittel-, Metall- und Maschinenindustrie. Mit einem Anteil von 6 respektive 5 Prozent spielen F&E-Aufwendungen von auf Forschung und Entwicklung spezialisierte Unternehmen sowie Chemie- und Pharmaunternehmen eher eine kleine Rolle.
Intramuros F&E-Aufwendungen Grossregionen
Rund ein Drittel der unternehmensinternen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung (F&E) werden im Wirtschaftszweig Chemie und Pharma getätigt. Dabei spielt insbesondere die Grossregion Nordwestschweiz eine bedeutende Rolle. Fast 90 Prozent der F&E Aufwendungen in Chemie und Pharma werden dort getätigt. Die Zentralschweiz ist hingegen bei F&E-Aufwendungen im Technologiesektor nationaler Spitzenreiter. Zentralschweizer Unternehmen sind für fast einen Viertel der F&E-Aufwendungen in diesem Bereich verantwortlich, der Produktgruppen wie Messtechnik, elektrische Apparate und Instrumente sowie die Informations- und Kommunikationstechnologie umfasst. Im Vergleich zur Wirtschaftsleistung weist die Zentralschweiz zudem überdurchschnittlich hohe Forschungsaufwendungen in den Bereichen Nahrungsmittel, Maschinen und Metall auf.
Anteil F&E-Aufwendungen am BIP
Im Verhältnis zum BIP wird in der Nordwestschweiz - getrieben von der Pharma- und Chemiebranche - am meisten geforscht. Die F&E-Aufwendungen der Privatwirtschaft machen fast 7 Prozent der regionalen Wirtschaftsleistung gemessen am BIP aus. Mit 2,2 Prozent forschen Zentraslchweizer Unternehmen deutlich mehr als Unternehmen aus den restlichen Regionen der Schweiz.
Migration nach Einwanderungsgrund Zentralschweiz
Im Jahr 2024 liessen sich 13’521 Personen ohne Schweizer Pass aus dem Ausland in der Zentralschweiz nieder. Über zwei Drittel (68%) davon wanderten aus einem EU/EFTA-Land ein und machten somit von der Personenfreizügigkeit Gebrauch. Von diesen 9'179 Personen kamen beinahe 7'000 Personen direkt in den Arbeitsmarkt. Rund 1000 Personen liessen sich in diesem Zeitraum für eine Aus- oder Weiterbildung nieder, 300, meist vermögende, Personen haben eine Aufenthaltsbewilligung ohne Erwerbstätigkeit erhalten. Rund 1'800 Personen bzw. 18 Prozent der Personen aus dem EU/EFTA-Raum erhielten die Aufenthaltsgenehmigung aufgrund des Familiennachzugs. Bei Drittstaaten ist der Anteil des Einwanderungsgrundes Familiennachzug mit 39 Prozent deutlich höher. Rund 8 Prozent der Einwanderung aus Drittstaaten erfolgt über die kontingentierte Erwerbstätigkeit.
Nettozuwanderung Zentralschweiz
Im Jahr 2023 hat die ständige ausländische Wohnbevölkerung um 6’076 Personen zugenommen. Zur ständigen ausländischen Wohnbevölkerung zählen Personen mit Aufenthaltsbewilligung B, Niederlassungsbewilligung C oder einer Kurzaufenthaltsbewilligung L, die mindestens ein Jahr gültig ist. Die Binnenwanderung innerhalb der Schweiz ist bei dieser Zahl nicht eingerechnet. Effektiv wanderten 11'524 Personen neu in die Zentralschweiz ein und 6'489 zuvor in der Zentralschweiz wohnhafte ausländische Personen wanderten aus der Schweiz aus. Der effektive Wanderungssaldo betrug im Jahr 2023 somit 5'035 Personen.
Zu- und Abnahme der ständigen ausländischen Bevölkerung
Die stärkste absolute Zunahme der ständigen ausländischen Bevölkerung verzeichnete im Jahr 2023 der Kanton Luzern mit 4246 Personen. Im gleichen Zeitraum hat die Bevölkerung mit Aufenthalts- und Niederlassungsbewillungen C, B und L (mindestens 1 Jahr Aufenthalt) im Kanton Uri um 275 Personen zugenommen. Im Kanton Luzern ist die Nettozunahme der ständigen Ausländischen Bevölkerung mit 0,98 Prozent im Vergleich zur totalen ständigen Wohnbevölkerung des Kantons im selben Jahr am grössten. Deutlich tiefer ist dieser Anteil im Kanton Zug mit 0,24 Prozent und im Kanton Obwalden mit 0,49 Prozent. Uri, Schwyz und Nidwalden liegen mit 0,72 Prozent, 0,63 Prozent und 0,79 Prozent im Mittelfeld.
Pendler: Anteil der Arbeitnehmenden nach Wohnort
Unternehmen im Kanton Uri setzen nur wenig auf Arbeitspendlerinnen und -pendler aus anderen Kantonen. Neun von zehn Arbeitnehmenden wohnen auch im Kanton Uri. Auch Luzern weist mit 81 Prozent einen hohen Anteil an Binnenpendler auf. Bei Zuger Unternehmen liegt der Anteil der Arbeitnehmenden mit Wohnort im Kanton Zug mit 47 Prozent am tiefsten. Aargauer machen im Kanton Luzern 6 Prozent der Arbeitnehmenden und somit die grösste interkantonale Pendlergruppe aus. Im Kanton Uri machen die grösste Gruppe Schwyzer (4%) aus, im Kanton Schwyz und Zug sind es Zürcher (11%, bzw. 18%), in den Kantonen Nidwalden und Obwalden sind es Luzerner (16% bzw. 14%).
Pendlersaldo Kantone
In der Zentralschweiz weist lediglich Zug einen positiven Arbeitspendlersaldo auf. 2023 pendelten deutlich mehr Personen für die Arbeit aus anderen Kantonen in den Kanton Zug als umgekehrt. Der Unterschied beträgt rund 22'200 Personen. Den höchsten negativen Saldo weist der Kanton Schwyz auf. Der Unterschied zwischen Schwyzerinnen und Schwyzern, die in einem anderen Kanton Arbeiten und Ausserkantonale, die im Kanton Schwyz arbeiten, betrug im Jahr 2023 11’200 Personen. Zwischen 2013 und 2023 veränderte sich der Pendlersaldo in den Kantonen Uri und Obwalden kaum. Im Kanton Schwyz bewegte sich der Saldo zwischen 2013 und 2019 weiter in den negativen Bereich. Zwischen 2019 und 2023 verminderte sich der Unterschied zwischen Weg- und Zupendler wieder. In den Kantonen Luzern und Nidwalden bewegt sich der Saldo tendenziell in Richtung positiver Bereich. Im Kanton Zug stieg der bereits hohe positive Pendlersaldo im gleichen Zeitraum weiter an.
Pendlersaldo Zentralschweiz
Der Arbeitspendlersaldo der Region Zentralschweiz hat seit 2010 stark zugenommen. Das bedeutet, dass im Verhältnis zu den Wegpendelnden immer mehr Personen aus anderen Regionen für die Arbeit in die Zentralschweiz kommen. Im Jahr 2010 lag der Pendlersaldo mit über 10'000 Personen im negativen Bereich. Im Jahr 2022 lag der regionale Pendlersaldo der Zentralschweiz erstmals im positiven Bereich. Insbesondere seit 2016 ist ein deutlicher Erhöhung des Saldos feststellbar.
Minimale und maximale Gesamtsteuerbelastung für natürliche Personen
Die Grafik zeigt die Gesamtsteuerbelastung für eine Referenzperson mit einem steuerbaren Einkommen von CHF 80‘000 in den Zentralschweizer Gemeinden. Für jeden Kanton sind die jeweiligen Gemeinden mit den höchsten und tiefsten Werten hervorgehoben. Im Kanton Luzern bezahlt die Referenzperson durchschnittlich am meisten Steuern. So weist mit Luthern mit 15,33 Prozent auch eine Luzerner Gemeinde den höchsten Steuersatz auf. Durchschnittlich am wenigsten Steuern zahlt die Referenzperson im Kanton Zug. In Baar erhält die Referenzperson nicht nur die tiefste Steuerrechnung im Kanton Zug, sondern auch in der ganzen Zentralschweiz. Der höchste Steuersatz im Kanton Zug (5,06 Prozent in den Gemeinden Menzingen und Neuheim) liegt dabei tiefer als in allen Gemeinden der übrigen Zentralschweizer Kantone. Die nächstkleinste Steuerbelastung wird in der Gemeinde Wollerau im Kanton Schwyz erhoben, und liegt bei 5,48 Prozent.
Minimale und maximale Gesamtsteuerbelastung für juristische Personen
Die Karte zeigt die Gesamtsteuerbelastung für ein Referenzunternehmen in der Zentralschweiz mit einem Kapital von 2 Millionen Franken und einem Gewinn von 240'000 Franken im Steuerjahr 2024. Die Verteilung der minimalen und maximalen Werte unterscheidet sich im Vergleich zu den Steuerbelastungen für natürliche Personen. Der niedrigste Wert liegt mit 11,75 Prozent in Wollerau im Kanton Schwyz. Ebenfalls niedrige Werte weist der Kanton Nidwalden auf, wo in allen Gemeinden ein einheitlicher Satz von 12,66 Prozent angewendet wird. Die höchste Steuerbelastung in der Zentralschweiz beträgt 15,57 Prozent und liegt in der Gemeinde Unterschächen im Kanton Uri. Die Höhe der Steuerbelastungen im Kanton Uri weist eine grosse Streuung auf. Der niedrigste Wert des Kantons liegt mit 12,51 Prozent in der Gemeinde Seedorf.
Steuererträge der Kantone: Anteil der juristischen Personen
Der Kanton Zug weist in der Zentralschweiz den höchsten Anteil der Steuererträge von juristischen Personen (Gewinnsteuern, Kapitalsteuern und übrige direkte Steuern) am gesamten Fiskalertrag auf. Im Jahr 2024 machten diese einen Anteil von 39,8 Prozent aus. Damit verzeichnet der Kanton Zug auch schweizweit den Spitzenwert - knapp vor Schaffhausen mit 19,6 Prozent. Die grösste Differenz zwischen den Jahren 2018 und 2024 weist der Kanton Luzern auf. Lag der Anteil im Jahr 2018 bei 9,6 Prozent, hat er sich bis im Jahr 2024 auf einen Wert von 20,8 Prozent mehr als verdoppelt. Auch im Kanton Schwyz sind Steuereinnahmen von juristischen Personen im Verhältnis zu anderen Steuereinnahmen deutlich gestiegen. In den anderen Kantonen ist der Anteil leicht gesunken.
Neugründungen
Die Anzahl Neugründungen der Unternehmen mit Hauptsitz in der Zentralschweiz schwankte zwischen 2013 und 2021 jährlich zwischen 4‘300 und 5‘200 in absoluten Zahlen. Im Rekordjahr 2021 verzeichnete der Kanton Zug den höchsten Wert mit 1‘877 Neugründungen, dicht gefolgt vom Kanton Luzern mit 1‘753. Mit 10 Neugründungen je 100 Firmen liegt der Kanton Zug auch im Verhältnis ganz vorne. Mit 97 Neugründungen oder 5,3 Neugründungen pro 100 Unternehmen liegt der Kanton Uri in absoluten und relativen Werten am Ende der Zentralschweizer Rangliste. Das schlechteste Jahr für Unternehmensgründungen in der beobachteten Zeitspanne ist das Jahr 2023, damals verzeichnete die Zentralschweiz 4,328 Neugründungen.
Konkurse
Die Anzahl Konkurseröffnungen hat in der Zentralschweiz seit 2013 in absoluten Zahlen zugenommen. Im Jahr 2013 wurden in der Zentralschweiz noch 810 Konkurse verzeichnet, während die Anzahl bis 2023 auf 1334 stieg. Im Jahr 2023 verzeichnete die Zentralschweiz mit 1334 Konkurse die bisher höchste Anzahl Konkurse. Die Anzahl Konkurse lag in der Zentralschweiz im Jahr 2023 64 Prozent über dem Wert im Jahr 2013. Über den gesamten Zeitraum zwischen 2013 und 2023 weist der Kanton Luzern mit 5157 Konkurse die höchste absolute Anzahl auf.
Konkurse im Verhältnis zum Unternehmensbestand
Im letzten verfügbaren Jahr der Statistik zum Unternehmensbestand 2020 lag der Anteil an Konkurseröffnungen im Verhältnis zum Unternehmensbestand in der Zentralschweiz bei 1,4 Prozent. Im Kanton Luzern lag der wert mit 1,6 Prozent über dem Zentralschweizer Durchschnitt, in allen anderen Kantonen darunter. Den tiefsten Anteil weist der Kanton Uri auf, wo nur 66 von 10'000 Firmen Konkurs anmelden mussten. Alle Zentralschweizer Kantone liegen deutlich unter dem gesamtschweizerischen Durchschnitt von 2,1 Prozent.
Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner
Das durchschnittliche Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner in der Zentralschweiz näherte sich seit 2008 immer mehr dem schweizweiten Durchschnitt an. Im Jahr 2021 konnte der Schweizer Durchschnitt erstmals übertroffen werden. Diese Entwicklung ist hauptsächlich auf das starke Wachstum im Kanton Zug zurückzuführen. Alle anderen Kantone der Zentralschweiz weisen ein unterdurchschnittliches BIP pro Einwohner auf. Das BIP pro Einwohner des Kanton Zugs ist seit 2008 um 40‘000 CHF gestiegen ist. In den übrigen Zentralschweizer Kantonen verhält sich das BIP relativ stabil, bis auf einen kleinen Ausreiser im Kanton Nidwalden im Jahr 2015. Das kleinste BIP pro Einwohner hat der Kanton Uri.
Anteil am Bruttoinlandprodukt
Gemessen am Bruttoinlandprodukt (BIP) weist die Zentralschweiz einen Anteil von 9,6 Prozent an der gesamtschweizerischen Wirtschaftsleistung auf. Zwischen 2011 und 2021 ist das Zentralschweizer BIP im Vergleich zu allen anderen Regionen am stärksten gewachsen. Das Wachstum der Zentralschweizer Wirtschaft betrug in diesen zehn Jahren zu laufenden Preisen 24 Prozent, während die Schweizer Volkswirtschaft durchschnittlich um 17 Prozent wuchs. Auf dem zweiten Platz liegt die Genferseeregion mit einem Wachstum von knapp zwanzig Prozent. Innerhalb der der Zentralschweiz erwirtschaftet der Kanton Luzern mit 30 Milliarden Franken das höchste BIP und damit mehr als vierzig Prozent der Innerschweizer Wirtschaftsleistung. Das höchste Wirtschaftswachstum in der Region über die letzten zehn Jahren weist mit 28 Prozent der Kanton Zug auf.

Arbeitsproduktivität
Die Arbeitsproduktivität ist eine weitere Messgrösse, um die Wirtschaftsleistung einer Region zu messen. Dabei wird das BIP durch die tatsächlich gearbeiteten Stunden geteilt. Im Jahr 2021 wurden in der Zentralschweiz pro Arbeitsstunde durchschnittlich 93 Franken erwirtschaftet. Damit liegt die Region leicht unter dem Schweizer Durchschnitt von 95 Franken. Der höchste Wert aller Grossregionen weist die Nordwestschweiz mit 103 Franken auf. Die Zentralschweiz verzeichnete in der Zeitspanne zwischen 2011 und 2021 nicht nur das höchste BIP-Wachstum, sondern auch die höchste Zunahme der geleisteten Arbeitsstunden. Deshalb bewegt sich das Arbeitsproduktivitätswachstum der Zentralschweiz im gleichen Zeitraum mit 13 Prozent lediglich im Mittelfeld der Grossregionen. Auf nationaler Ebene wuchs die Arbeitsproduktivität um elf Prozent. Das stärkste Wachstum verzeichnete die Region Ostschweiz mit 18 Prozent.


(jährlich, letzte Version 2024)
Mit dem Fachkräftemangel-Index präsentiert die Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz IHZ in Zusammenarbeit mit dem Amt für Wirtschaft und Arbeit Zürich AWA eine berufsgruppenspezifische Analyse des Fachkräftemangels in der Zentralschweiz. Es handelt sich um eine längerfristige Bestandesaufnahme der Fachkräftemangelproblematik in der Region über die vorhergehenden vier Jahre. Ärzte und Ärztinnen führen die Rangliste 2023 wie im vorherigen Jahr an. Installateuren und Mechanikerinnen für Elektronik und Kommunikationstechnik folgen auf Platz zwei.
