Zentralinfo 04/2022 «Planung»: Artikel Marco Linder

Marco Linder, Geschäftsführer Herzog Elmiger AG, berichtet über die weitsichtige Mobilitätsplanung in seinem Unternehmen.

Wenn sich Unternehmen mit ihrer Planung beschäftigen, beschränkt sich diese oftmals auf Massnahmen für die weitere Entwicklung und den Erfolg der Firma. Nebst einer Budgetplanung, Jahresplanung oder strategischen Planung geht jedoch oft die Mobilitätsplanung vergessen. Damit ist nicht etwa die betriebliche Mobilität gemeint, die darauf abzielt, Kosten, Emissionen und Platz zu sparen, sondern die Mobilität der Mitarbeitenden. Wie, wann und ob Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den Arbeitsplatz gelangen, plant Herzog Elmiger bewusst und ganzheitlich ein.

 

Die Herzog Elmiger AG in Kriens sowie die umliegende Region sind in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Dieses Wachstum und die Tatsache, dass der «Bypass Luzern» gebaut wird, machten vor rund drei Jahren klar, dass Herzog Elmiger einen neuen Standort benötigt. Anfang 2023 beginnen nun die Bauarbeiten, der Einzug in den zukünftigen Firmenstandort erfolgt im Sommer 2024. Mit dem Umzug verlässt die Herzog Elmiger AG die Lage direkt an der Ausfahrt A2 in Kriens und zieht ins Obernau, wo sich bis anhin das Aussenlager befand.

 

Was bedeutet diese grosse Veränderung für unseren traditionellen Firmenbetrieb? Welche Unsicherheiten lösen die veränderte Arbeitsumgebung und der neue Arbeitsweg bei den Mitarbeitenden aus? Bereits vor zwei Jahren haben wir uns in der Geschäftsleitung und im Verwaltungsrat mit diesen Fragen auseinandergesetzt und beschlossen, uns nicht nur für nachhaltige Waldbewirtschaftung einzusetzen, sondern auch nachhaltige Mobilität bei den Mitarbeitenden zu unterstützen. Denn als Lieferant des nachhaltigsten Bauwerkstoffes mussten wir feststellen, dass 30 Prozent des heutigen CO2-Ausstosses aus dem Verkehr stammen. Dass davon nur rund ein Zehntel auf die auch für unseren Betrieb unverzichtbaren Lastwagen zurückzuführen ist, hingegen die Personenwagen innerhalb dieses Drittels mit knapp 70 Prozent zur CO2-Emission beitragen (Quelle: Bundesamt für Statistik), hat uns überrascht. Uns wurde dadurch schnell klar, dass wir unseren Teil zur CO2-Reduktion beitragen wollen. Den Umzug sahen wir dabei als grosse Chance für eine Veränderung in der Planung der Unternehmensmobilität an.

 

Nachhaltige Pendlermobilität
Frühzeitig haben wir uns Unterstützung in der Mobilitätsberatung geholt, die Luzernmobil für Unternehmungen anbietet. Gemeinsam mit unterschiedlichen Akteuren haben wir uns einem der grössten Hebel der Wirtschaft angenommen: Wir wollen die Pendlermobilität unserer Mitarbeitenden nachhaltiger gestalten. Das erfordert eine ganzheitliche und weitsichtige Planung, die nicht nur für die Umwelt, sondern auch für unser Unternehmen und seine nachhaltige Entwicklung einen wichtigen Beitrag leistet. Unterstützt werden wir vom Programm «clever unterwegs» der Albert Koechlin Stiftung. Entstanden ist ein umfassendes Mobilitätskonzept, womit wir innerhalb der Herzog Elmiger AG bereits im ersten Jahr 15 Prozent des Pendlerverkehrs mit Autos und Motorrädern einsparen können. Die Geschäftsleitung der Herzog Elmiger AG hat das Vorhaben von Anfang an eng begleitet und die Chancen erkannt. In meinen ganz persönlichen Worten: Wir wollen Teil der Lösung und nicht Teil des Problems sein. 

 


Wie vielfältig ist die Mobilität und welche Chancen bietet Mobilitätsmanagement Unternehmen?
Luzernmobil unterstützt Unternehmungen im Kanton Luzern rund ums Thema Mobilität und teilt Beispiele, wie sich Firmen dieser wichtigen Thematik annehmen. Weitere Informationen auf www.luzernmobil.ch/unternehmen. Luzernmobil ist eine Initiative des Kantons Luzern.